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Mrz 31 2016

Filmkritik: 10 Cloverfield Lane

10 Cloverfield Lane (USA, 2015)
Regisseur: Dan Trachtenberg
Cast: John Goodman, Mary Elizabeth Winstead, John Gallagher Jr.

Die junge Modedesignerin Michelle wird in einen Autounfall verwickelt und wacht im Luftschutzbunker des unheimlichen Howard auf, dessen Verhalten nicht erkennen lässt, ob er Freund oder Feind ist.

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Innerhalb von zwei Monaten wurde der Film mit einem Budget von 15  Millionen Dollar unter der Aufsicht von J.J. Abrams produziert und tritt in die Fußstapfen von Matt Reeves Monster-Film Cloverfield aus dem Jahre 2008. Erst im Januar und damit ca. zweieinhalb Monate vor Filmstart veröffentlichte man einen ersten Trailer zum bis dato als „Valencia“ titulierten Film, welcher nicht zuletzt dank des nun endgültigen Titels 10 Cloverfield Lane die Aufmerksamkeit vieler Fans des Erstlings erlangte.

Doch wie viel Cloverfield steckt denn in dem Film? Diese Frage lässt sich nur schwer beantworten ohne zu viel der Handlung preiszugeben, jedoch wird er von den Filmemachern selbst eher als geistiger Nachfolger vermarktet und als Teil eines Franchises angesehen.

Das Ergebnis ist ein Kammerspiel mit hochkarätiger Besetzung, welches durchwegs spannend inszeniert ist und die Darstellerriege zu formidabler Leistung auflaufen lässt. John Goodman überzeugt mit seiner Darstellung des ambivalenten Howard in jeder Sekunde und sorgt dafür, dass der Zuschauer immer wieder seine zuvor aufgestellten Theorien über den Haufen wirft. So ergeht es auch der von Mary Elizabeth Winstead gespielten Protagonistin Michelle, welche in jeder Sekunde glaubwürdig vermittelt wie es ist auf so engen Raum eingesperrt zu sein. Winstead führt den Zuschauer durch die Handlung des Films, welche sich nach und nach wie ein Puzzle zusammensetzt, dabei aber konstant spannend und überraschend bleibt. Unterstützt wird sie von Emett, gespielt von John Gallagher Jr., welcher das Bunker-Trio vervollständigt und seinen Teil zur Atmosphäre und Handlung beiträgt, dabei aber weniger zu tun hat als seine Schauspielkollegen. lane_1459365205

Als Regisseur wurde Dan Trachtenberg verpflichtet, welcher bisher eher kleinere Kurzfilme verwirklichte, mit diesem Film aber zeigt, dass er auf der großen Leinwand ebenfalls seine Fähigkeiten auspielen kann. Gekonnt schafft er es das Leben zu dritt in einem Schutzbunker glaubhaft darzustellen und lässt den Zuschauer die Beklemmung mit jedem Atemzug spüren. Aufgelockert wird dieses Ambiente durch kurze harmonische Momente, nur um kurz darauf wieder die Spannung zu erhöhen und weitere Puzzleteile einzustreuen. Der Score untermalt die Szenerie passend ohne zu aufdringlich zu wirken, allerdings auch leider ohne größere Highlights.

Passend zum Bunkerszenario verliert man das Zeitgefühl, um so überraschender ist es wenn das Finale sich entfaltet und dem Zuschauer ein fast gänzlich anderer Film präsentiert wird. So schnell wie die Zielgerade aufblitzt, so schnell ist man auch am Ziel angelangt, viele unbeantwortete Fragen inklusive. Dies kann den ein oder anderen Zuschauer etwas sauer aufstoßen, zeigt aber hier am stärksten die spirituelle Verbindung zum Vorgänger.

Fazit:

Mehr Spinoff als direkter Nachfolger, dafür großartig gespielt und mit beklemmender und fesselnder Stimmung, nach dessen Sichtung die Geheimniskrämerei um den Film verständlich ist, denn 10 Cloverfield Lane funktioniert dann am besten, wenn man so wenig wie möglich über den Film weiß.

Wertung:
8/10

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Phynxes

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