Filmkritik: The First Avenger: Civil War

The First Avenger: Civil War (Captain America: Civil War, USA 2016)
Regie: Joe & Anthony Russo
Darsteller: Chris Evans, Robert Downey Jr., Chadwick Boseman, Daniel Brühl

Nach einem Einsatz der New Avengers, welcher erneut Kollateralschäden verursacht, sollen die Superhelden der Vereinten Nationen unterstellt werden. Während Tony Stark dies befürwortet lehnt Steve Rogers aka Captain America, welcher immernoch seinen Freund Bucky sucht, dies strikt ab. Die Avengers spalten sich daraufhin in zwei einander bekämpfende Parteien ab. Unterdessen breitet sich eine neue Bedrohung in Form von Baron Zemo aus.

Mit Return of the First Avengers: The Winter Soldier gelang den Russo Brüdern, welche zuvor weitestgehend im Serien Sektor ihre Brötchen verdienten, die größte Überraschung der zweiten Marvel Cinematic Universe Phase. Gekonnt verstrickten sie einen Superhelden Actionfilm mit dem Politthriller Genre der 70er Jahre zu einem spannenden und unterhaltsamen Film. Dies brachte ihnen nach dem Ausstieg von Joss Wheddon auch den Regieposten des kommenden Avengers Zweiteilers „Infinity War“ ein. Doch zuvor schicken erneut Captain America in ein weiteres Abenteuer und bedienen sich dabei einer Vorlage, die den Fans der Comics ansatzweise bekannt sein dürfte. Dabei inszenieren Anthony und Joe Russo mit dem umfassenden Cast fast beiläufig einen weiteren Avengers Film, legen den Fokus aber stets auf den Titelhelden und der im Vorgänger begonnenen Suche nach seinem alten Freund Bucky (Sebastian Stan). Doch auch als Fortsetzung zu Avengers – Age of Ultron weiß der Film zu funktionieren, denn unter dem Leitspruch „It´s all connected“ (Alles ist miteinander verbunden) wirken sich auch dessen Ereignisse auf den Verlauf des Plots aus. So ist es für den vollen Unterhaltungswert von „Civil War“ auch unerlässlich, dass zumindest die Avengers und Captain America Filme bekannt sind.

Die Darstellerriege für Civil War liest sich beinahe schon wie eine Bestandsaufnahme aller Schauspieler der Marvel Studios, umso erfreulicher ist es, dass der Konflikt zwischen Captain America (Chris Evans) und Iron Man (Robert Downey Jr.) glaubhaft dargestellt ist und jeder einzelne Charakter Zeit bekommt um seine Motivation für den sich zuspitzenden Konflikt offen zu legen. Parallel wird auch der in Winter Soldier begonnene Handlungsbogen zufriedenstellend fortgeführt und bietet darüber hinaus auch Zündstoff um die Frontmänner der verfeindeten Seiten in die Eskalation zu treiben, welche jeden Comicfan begeistert aus dem Kino entlassen wird.

Konnten sich die Russos bereits beim direkten Vorgänger mit der Inszenierung von Action-Momenten vertraut machen, perfektionieren sie ihr Handwerk hier nun weiter, haben allerdings zu Beginn des Films noch mit einem etwas zu hektischen Schnitt zu kämpfen, was bei der Sichtung in 3D möglicherweise als störend empfunden werden könnte. Jedoch weisen die späteren actionreichen Szenen weitaus mehr Feingefühl vor und gerade der aus den Trailern angedeutete Kampf am Leipziger Flughafen dürfte das Beste sein was eine Comicverfilmung bisher zu bieten hatte. Doch auch wenn es eher im kleineren Ausmaße zur Sache geht besitzen die Auseinandersetzungen eine beeindruckende Wucht, die zeigt, dass auch ein Supersoldat einstecken muss. Ebenfalls in den Köpfen der Zuschauer dürfte eine Verfolgungsjagd zu Fuß bleiben, in der Neuzugang Chadwick Boseman als Black Panther direkt mal seine Krallen wetzen darf. Und auch der durch eine Einigung mit Sony wiederkehrende Spider-Man (Gespielt von Jungstar Tom Holland) hinterlässt als sprücheklopfender Netzschwinger mächtig Eindruck und dürfte mit Leichtigkeit die bisher beste Filmumsetzung des Charakters sein. Doch auch die anderen Darsteller wissen zu überzeugen und verleihen ihren Figuren auch im bereits 13. Marvel Cinematic Universe Film weiterhin mehr Tiefe. Lediglich Deutschland Export Daniel Brühl darf dank dem Drehbuch und der Rolle seines Filmbösewichts Baron Zemo, der eher als Strippenzieher im Hintergrund agiert, nicht sein volles Potenzial entfalten. Anbei stellt sich allerdings auch die Frage in wie weit Civil War auch ohne einen großen Antagonisten mit ähnlichen Fähigkeiten wie der Titelheld funktioniert, denn eins ist klar, der Konflikt zwischen dem Captain und dem Mann aus Stahl ist der eigentliche Höhepunkt und endet für den Zuschauer mit der Erkenntnis, dass es im Kontext der Thematik keinen Sieger oder Verlierer, kein Richtig oder Falsch geben kann. Dies macht den dritten Teil um Captain America auch zum vielleicht ernstesten Film aus dem Hause Marvel. Es gibt trotzdem auch lockere Momente, die von den Russos mit viel Geschick in die Grundstimmung eingewoben werden. Für den Score zeichnet sich erneut Henry Jackman aus, welcher die Stimmung des Films gut einfängt und die Szenen passend untermalt, jedoch nicht mutig genug ist um Klangstrukturen zu schaffen, die länger im Gedächtnis bleiben.

Fazit:

Ein weiterer Paukenschlag von Marvel, welcher satte Action mit philosophischem Einschlag bietet, vereinzelt aber an minimalen Längen sowie einem schwachem Widersacher kränkelt. Nichtsdestotrotz ein großartiger Einstieg in die dritte Phase des Cinematic Universe mit nennenswertem Einfluß auf die folgenden Filme.

Wertung:
8,5/10

Im Forum über den Film diskutieren

Comments

comments

Über Skylynx 329 Artikel
Nerdministrator Name: “Sky” Alter: ?? Wohnort: Köln Beruf: Chefredakteur/ Administrator Haustiere: Teppichratte Hobbys: Musik, Filme, Actionfiguren, meine Tochter bespaßen Lieblingsthemen: Transformers, Star Wars, Teenage Mutant Ninja Turtles, Lego Hört gerade:Minuit Machine - Live & Destroy Liest gerade: Marvel Secret Wars, Star Wars Aftermath Sieht gerade (Film/ Serie): Daredevil, I Zombie, Agents of S.H.I.E.L.D. Spielt gerade: World of Warcraft, GTA 5, Cities Skylines, Pokemon Weiße Edition Beschäftigt sich mit folgender Figur: Hot Toys Kylo Ren, Transformers Masterpiece Hot Rodimus Freut sich 2016 auf: Tolle Filme, tolle Figuren und viel Action mit der Starblight-Community

Ersten Kommentar schreiben

Kommentar verfassen