Doctor Who: Ein Review – Teil 1: William Hartnell by Clive77

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1963 wurde eine Serie geboren, die heute als langlebigste
Science-Fiction-Serie aller Zeiten bezeichnet werden kann. Ich werde versuchen,
diese (fast) 50 Jahre zusammenzufassen und natürlich meine eigene Meinung dazu
mit einfließen lassen.

Vorweg: Meine erste Folge „Doctor Who“ habe ich im deutschen
TV gesehen. Damals spielte Sylvester McCoy den Doctor und ich empfand die Serie
als sehr merkwürdig aber sehenswert. Als 2005 die Serie „wiederbelebt“ wurde,
verfolgte ich sie mit großem Interesse und als Folge davon wollte ich auch die
Original-Folgen sehen (und zwar alle), die vorher gesendet wurden. Allein die
Original-Serie (vor 2005) bietet 26 Staffeln mit etwa 700 Einzelepisoden. Eine
Herausforderung! Eine sehr große, wie sich herausstellen sollte, da nicht alle
Folgen bis heute erhalten sind. Die BBC hat leider seinerzeit eine Menge
Material vernichtet und einige Episoden (so um die 100) sind heute nicht mehr
erhältlich. Es gab zum Glück die Firma „Loose Cannon“, die eine Menge dieser
verschollenen Episoden restauriert hat, aber dort ist es nur die Audio-Spur mit
Fotos und (teilweise) Untertiteln, die die Handlung beschreiben.

Weitere Anmerkung: Dieses Review wird mehrere Teile
beinhalten und ich gehe chronologisch vor. Jeder Teil wird einen Doctor und die
jeweiligen Episoden bis zum Schauspieler- bzw. Doctor-Wechsel beschreiben
(allerdings nur sehr kurz – zu viele Episoden für detaillierte
Inhaltsbeschreibungen). Da das ein Mammut-Projekt ist und ich ein Review
starte, nachdem ich die Folgen gesehen habe, kann es etwas dauern, bis der
nächste Teil kommt. Ich werde Doctor für Doctor alle Folgen begutachten und
nach jedem Wechsel ein Review schreiben. Dafür bitte ich um Verständnis. Ach
ja, da ich Beschreibungen der Folgen gebe (wenn auch nur kurz), sind natürlich
jede Menge Spoiler enthalten – anders kann man ein Review wohl auch nicht
gestalten.

Los geht’s: Der erste Doctor wurde von William Hartnell
gespielt. Die erste Folge ging am 23.11.1963 auf Sendung. Um das Ganze etwas
einfacher zu gestalten, werde ich im Folgenden lediglich die Titel der
zusammenhängenden Episoden nennen. In diesem ersten Fall ist das „100,000 B.C.“
– bestehend aus vier Einzelepisoden mit etwa 25 Minuten Laufzeit. Da diese
Folgen nie (bzw. erst sehr spät) synchronisiert wurden, werde ich hier und auch
in den kommenden Folgen immer den englischen Titel angeben.

In der ersten Folge beobachten zwei Lehrer, Barbara Wright (Jacqueline
Hill) und Ian Chesterton (William Russell), das merkwürdige Verhalten der 15jährigen
Schülerin Susan (Carole Ann Ford) und folgen ihr nach Hause, wo sie auf ihren
Großvater und die TARDIS treffen. Der alte Mann stellt sich als Doctor vor und
die vier starten die erste Reise mit der TARDIS, die hier schon die üblichen
Macken hat – auch wenn der Doctor es nicht wirklich zugibt, hat er keine
Kontrolle über das Ziel der Reise. Und so landen die vier im Jahre 100000 vor
Christus und dürfen sich mit Höhlenmenschen rumschlagen.

Was sofort auffällt, wenn man die neueren Doctor Who-Folgen gesehen
hat, ist, dass der Doctor eine Enkelin und somit Familie hat. War für mich eine
interessante Überraschung und diente vielleicht dazu, den Doctor menschlicher
erscheinen zu lassen. Auch werden zunächst – bis auf die TARDIS – keine
außergewöhnlichen Gadgets vom Doctor benutzt. Man muss sich auch klar sein,
dass die ersten Folgen aus den 60ern sind und ein direkter Vergleich mit den
neuen Folgen schwer möglich ist. Trotzdem hat der erste Doctor von Anfang an
einen gewissen Charme, der ihn sympathisch macht. Ach ja, die TARDIS sieht
schon in der ersten Folge wie die bekannte Telefonbox von außen aus.

In der zweiten Folge, „The Daleks“ (7 Einzelepisoden),
landen die vier auf einem fremden Planeten. Die gesamte Vegetation ist
versteinert und es gibt keine besonderen Lebenszeichen. Nach einer kleinen
Erkundungstour finden die vier eine Stadt und der Doctor und Susan werden
neugierig. Barbara und Ian hingegen wollen lieber weiter und versuchen, zurück
nach Hause zu gelangen. Der Doctor trickst die beiden aber aus und gibt vor,
die TARDIS sei defekt und er brauche etwas Quecksilber, um wieder starten zu
können. Also statten die vier der Stadt einen Besuch ab und treffen auf deren
Einwohner, die Daleks. Wie sich herausstellt, gab es einen Krieg zwischen den Daleks
und einer anderen Völkergruppe des Planeten, den Thals. Letztere sind schon
lange des Kriegs überdrüssig und friedliebende Einwohner, die im Verlauf der
Folge den Daleks ein Friedensangebot machen und Lebensmittel bringen. Tja, die
Daleks wollen das Treffen natürlich nutzen, um die Thals ein für allemal zu
„exterminieren“. Um es kurz zu machen, der Doctor und seine Gefährten schlagen
sich auf die Seite der Thals, überzeugen diese, sich gegen die Daleks zu wehren
und die Folge endet mit der Vernichtung der Daleks.

Ich war überrascht, dass schon in der zweiten Folge die
Daleks vorkamen und auch vernichtet wurden. Offensichtlich waren die Daleks
hier als Einmal-Gegner gedacht. Auch zeigt sich, dass der Doctor zuweilen etwas
schusselig handelt – er baut einen „Fluid-Link“ aus der TARDIS aus als er
vorgibt, Quecksilber zu benötigen. Dieses Teil nehmen die Daleks ihm ab und als
den vieren die Flucht gelingt und sie wieder an der TARDIS ankommen, stellt der
Doctor fest, dass er ohne dieses Teil nicht starten kann. Das führt erst dazu,
dass die vier die Thals zum Angriff auf die Dalek-Stadt überreden müssen.

Die ganze Geschichte wurde später (1965, Doctor Who and the
Daleks) in einem Film umgesetzt, mit Peter Cushing als Doctor Who. Der Film ist
natürlich kürzer als die sieben Episoden der Serie. Außerdem wird Ian
Chesterton als eine Art Trottel dargestellt, was das ganze eher humorvoll
macht. Und der Doctor, naja, der könnte im Film in der Tat ein Großvater von
der Erde sein, sehr vergesslich, was man u.a. daran sieht, dass er Ian’s Namen
stets vergisst.

Die nächste Folge, „Inside the Spaceship“, ist mit zwei Episoden
sehr kurz gehalten. Im Großen und Ganzen geht es um Ver- und Misstrauen der
vier gegenüber sich selbst. Aus heutiger Sicht würde ich es als Füll-Episode
sehen. Allerdings bekommt man viel vom Inneren der TARDIS zu sehen.

Die vierte Folge, „Marco Polo“ (7 Einzelepisoden), ist eine
von vielen Folgen, die den geschichtlichen Hintergrund unserer Welt lehren
wollen – natürlich mit einer Prise Sci-Fi. Es ist eine von den Folgen, die nur
als Audio-Spur mit Bildern verfügbar sind und gibt einen Einblick in die Reisen
des Marco Polo.

Folge fünf, „The Keys of Marinus“ (6 Einzelepisoden), ist
wieder auf einem fremden Planeten angesiedelt und die vier begeben sich auf
“Schatzsuche”. Es gilt, verschiedene Schlüssel für eine Maschine zu finden an
unterschiedlichen Orten quer über dem ganzen Planeten. Neben dem klaren
Sci-Fi-Element werden aber auch heutige (bzw. 60er) Probleme angesprochen.

Folge sechs, „The Aztecs“ (4 Einzelepisoden), führt uns in
die Zeit der Azteken, wo die vier (oder zumindest Barbara) versuchen, den
rituellen Menschenopfern Einhalt zu gebieten. Wie der Doctor allerdings
treffend bemerkt, kann man die Geschichte nicht so einfach verändern.

Folge sieben, „The Sensorites“ (6 Einzelepisoden), führt uns
wieder auf einen fremden Planeten. Aber auch wenn es um Außerirdische geht,
spielen wieder menschliche Intrigen die Hauptrolle. Einer der „Sensorites“
möchte gerne an die Macht und ihm ist jedes Mittel recht. Er nutzt die Fremden
dazu voll aus und ist auch fast erfolgreich.

„The Reign of Terror“ (6 Einzelepisoden) spielt zur Zeit der
französischen Revolution. Wieder eine der Folgen, die aus Tonspur und Fotos
bestehen. Als geschichtliche Folge kann man auch hier wieder sehen, wie grausam
Menschen doch sein können. Die vier geben sich als Reisende aus und werden
prompt unter Beschuss genommen, eingekerkert und zur Guillotine geführt (naja,
nicht ganz, sonst wäre die Serie zu Ende gewesen). Politik und Geschichte
stehen jedenfalls im Vordergrund.

Damit war die erste Season beendet. Den ersten Doctor würde
ich als sehr eigensinnig bezeichnen. Es ist ihm oft egal, was seine Begleiter
wollen und er lässt sich nur sehr schwer von seiner Meinung abbringen – was
natürlich auch daran liegt, dass er oft Recht hat. Er zeigt aber auch Schwächen
und macht Fehler, was die ganze Gruppe manchmal erst in Gefahr bringt. Susan,
Barbara und Ian sind ihm aber wichtig und er macht stets alles, um sie aus
Notlagen herauszubringen. Von den Begleitern ist Ian oft der aktivste. Er gibt
sich stets technisch und geschichtlich interessiert und löchert den Doctor mit
Fragen. Zudem muss er sich oft kämpferisch beweisen, was ihm meistens gut
gelingt. Barbara bietet neben ihrem geschichtlichen Wissen stets eine
gefühlvolle Seite der Gruppe und setzt sich dafür ein, die Lage der besuchten
Menschen oder Aliens zu verbessern. Susan, die Enkelin des Doctors, wirkt auch
neugierig, hat aber nie so richtig einen festen Platz in der Gruppe. Sie
handelt oft instinktiv und verursacht damit Probleme. Für mich ist sie eher
eine unnötige Rolle und die Produzenten sahen das wohl ähnlich, da sie am
Anfang der zweiten Season aus der Serie verschwindet (siehe „The Dalek Invasion
of Earth“ ).

Die zweite Season startete mit der Folge „Planet of Giants“
(3 Einzelepisoden). Für Barbara und Ian eigentlich ein Happy-End – sie sind in
ihrer Zeit gelandet – aber es gibt ein kleines Problem: Durch ein Missgeschick
sind sie auf die Größe von Insekten geschrumpft worden und müssen u.a. einer
Katze entkommen. Mich hat die Folge an „Liebling, ich habe die Kinder
geschrumpft“ erinnert. Sehr humorvoll, aber trotzdem ernst, wenn auch sehr kurz.
Der Doctor schafft es zwar zum Schluss, die Normalgröße der Gruppe (und der
TARDIS) wieder herzustellen, aber nur durch eine weitere Reise mit der TARDIS,
die im London der Zukunft endet – eine düstere Zukunft.

Die nächste Folge, „The Dalek Invasion of Earth“ (6
Einzelepisoden), spielt im 22. Jahrhundert und es gibt ein Wiedersehen mit den
Daleks, die in dieser Folge die Erde ins Visier nehmen. Die Menschen werden
versklavt bzw. in Robo-Menschen umgewandelt und das Ziel der Daleks ist es, den
Erdkern zu zerstören und die Erde in eine Art Raumschiff für ihre Zwecke zu
verwandeln. Unsere vier Freunde verhindern das natürlich. Schade ist dabei
irgendwie, dass kaum ein Bezug zur ersten Dalek-Episode hergestellt wird, denn
dort wurden die Daleks eigentlich schon besiegt und (endgültig) vernichtet. Ab
hier wird aber klar, dass die Daleks nicht nur einmalige Gegner waren, sondern
noch öfter vorkommen werden. Warum, wird (wie gesagt) nicht geklärt. Und auch
hier werden die Daleks zum Schluss besiegt und es gab einen weiteren Film mit
Peter Cushing als Doctor Who (ausgestrahlt 1966, Daleks’ Invasion Earth: 2150
A.D. ). Auch in diesem Film wird die Story nur grob zusammengefasst – mit der
Serie als Grundlage – allerdings nicht mit einem trotteligen Ian Chesterton. Es
sind zwar auch wieder vier Raumzeit-Reisende, aber Barbara und Ian wurden durch
andere Charaktere ersetzt. Insgesamt bietet der Film eine gute Zusammenfassung
der Folge.

Oh, fast hätte ich es vergessen – Susan, die Enkelin des
Doctors, verlässt hier die Serie. Sie hat sich in einen Freiheitskämpfer
verliebt und bleibt zurück. Wie die Schauspielerin in einem Interview sagte,
gab es zwar Pläne, den Charakter später wieder zurück zu holen, aber die müssen
wohl im Sande verlaufen sein, denn ab hier gab es nur noch den Doctor – ohne
familiäre Bindungen. Zudem wird die Rolle von Susan als nicht weiter
ausbaufähig beschrieben, wohl der Hauptgrund, weshalb der Charakter
zurückbleibt.

In der nächsten Folge, „The Rescue“ (2 Einzelepisoden), wird
ein neuer Charakter an Bord der TARDIS gebracht. Vicki (Maureen O’Brien) wird
den Doctor, Barbara und Ian in den nächsten Abenteuern begleiten. Das scheint
auch der einzige Zweck dieser zwei Episoden zu sein – ein neuer Charakter
anstelle von Susan sollte her und das hat man mit dieser kleinen Folge gemacht.

„The Romans“ (4 Einzelepisoden) führt uns ins römische Reich
zur Zeit des Kaisers Nero. Auch hier steht die Geschichte und Intrigen im
Vordergrund. Die Frage, weshalb Nero Rom entflammte, wird hier durch den Doctor
erklärt – nicht ganz getreu der Geschichte, aber schön gemacht.

„The Web Planet“ (6 Einzelepisoden) spielt wieder auf einem
fremden Planeten. Wer sich schon mal fragte, wie wohl Ameisen gegen Bienen
kämpfen würden, kann einen Blick riskieren. Unsere vier Freunde sorgen
jedenfalls wieder für Ordnung.

„The Crusade“ (4 Einzelepisoden) führt uns in die Zeit von
Richard Löwenherz, der in dieser Folge gerne Jerusalem eingenommen hätte – wenn
schon nicht durch Eroberung, dann durch die Vermählung seiner Schwester. Auch
hier gibt es nur rekonstruierte Episoden.

„The Space Museum“ (4 Einzelepisoden) führt ins wieder auf
einen fremden Planeten und der Doctor und seine Begleiter müssen verhindern,
Teil des Museums zu werden. Durch einen Zufall können sie sehen, dass sie als
„ausgestopfte Marionetten“ im Museum enden, wenn sie nicht irgendetwas
unternehmen – nur was, und ändert dieses „was“ dann auch die Zukunft? Oder
führt es zum Ende im Museum? Eine interessante Fragestellung. Angenommen, man
wüsste, was man in der Zukunft erlebt und es gefällt einem nicht. Wie würde man
es verhindern? Kann man sich sicher sein, dass man es verhindern kann? Für mich
eine der bisher besten Folgen der alten Serie. Der Doctor bringt am Ende der
Folge ein Gerät aus dem Museum in die TARDIS, eine Art Zeit-Fernseher mit dem
man sich durch Zeit- und Ortsangabe die Vergangenheit ansehen kann.

„The Chase“ (6 Einzelepisoden) ist wieder eine Dalek-Folge.
Die Daleks jagen dem Doctor und seinen Gefährten in einem eigenen
Raum-Zeit-Schiff (quasi eigene TARDIS, aber voll funktionsfähig) hinterher.
Dabei landen die vier in verschiedenen geschichtlichen Epochen und auch einer
Alptraumwelt, in der Dracula, Frankenstein’s Monster, Geister, usw. auf die
vier warten. Da wird nebenbei erklärt, warum die „Mary Celeste“ unversehrt und
ohne Mannschaft auf See gefunden wurde – die Daleks waren schuld. Das Empire
State Building wird ebenfalls besucht. Der Endkampf findet schließlich auf dem
Planeten Mechanus statt, wo die vier einen von den Daleks geschickten
Doppelgänger des Doctors ausschalten müssen und auf einen neuen Begleiter, Steven
Taylor (Peter Purves), treffen. Am Ende der Folge benutzen Barbara und Ian die
Zeitmaschine der Daleks, um wieder nach London zurückzukehren. Beide Charaktere
verlassen damit die Serie, was sicher sehr ungewöhnlich ist, aber im Verlauf
von Doctor Who noch sehr oft passieren wird.

„The Time Meddler“ (4 Einzelepisoden) spielt im 11.
Jahrhundert auf der Erde. Der neue Begleiter, Steven, ist immer noch skeptisch,
dass die TARDIS durch Raum und Zeit reisen kann. Komischerweise finden sich
auch Hinweise darauf, dass moderne Geräte zum Einsatz kommen. Dahinter steckt
ein Mönch, der sich als weiterer Timelord entpuppt. Er hat ein neueres Modell
der TARDIS und in dieser Folge wird erklärt, dass sich die TARDIS für
gewöhnlich der Umgebung anpasst – die TARDIS des Mönchs hat die Form eines
steinernen Altars, was perfekt ins Kloster passt. Die TARDIS des Doctors
verfügt ebenfalls über einen solchen Tarnmechanismus, der ist aber leider (seit
der ersten Folge) kaputt und der Doctor hatte noch keine Zeit für Reparaturen.
Der Mönch will jedenfalls einen Vikinger-Angriff mit einer modernen Waffe
niederschlagen und „der Geschichte auf die Sprünge helfen“. Er meint, mit ein
bisschen Hilfe seinerseits könne es bereits im 13. Jahrhundert Düsenflugzeuge
geben. Der Doctor hört das nicht so gerne, denn solche Eingriffe in die
Geschichte sind viel zu gefährlich. Also verhindert er mit Vicki und Steven die
Pläne des Mönchs und manipuliert dessen TARDIS – das gesamte Innenleben wird
durch die Entfernung eines Teils drastisch geschrumpft, was ein Betreten nicht
mehr möglich macht. Der Mönch bleibt im 11. Jahrhundert zurück – eine harte
Strafe, wie ich finde. Die Folge hat auf jeden Fall Spaß gemacht und die zweite
Season sehr schön beendet.

Die zweite Season hat mir etwas besser als die erste
gefallen. Die Geschichten werden dynamischer und die Begleiter des Doctors sind
austauschbar geworden, was für mehr Spannung sorgt.

 

In der dritten Season bestehen viele Folgen nur aus
Audiospur und Bildern. Gut 90 verlorene Episoden stammen aus Season 3-5. So
auch die erste Episode mit dem Titel „Galaxy 4“ (4 Einzelepisoden). Der Doctor
und seine Crew landen auf einem fremden Planeten und stoßen auf zwei
verfeindete Parteien. Kontakt wird zunächst mit einer Art technisierten Amazonen-Siedlung
gemacht, wobei sich aber dann herausstellt, dass deren Gesinnung nicht gerade
gut ist. Eine typische Folge für „wer ist wirklich gut, wer ist wirklich böse“.

In der zweiten Folge, „Mission to the unknown“, geht es mal
wieder um die Daleks. Es ist nur eine einzelne Episode und keiner der
Hauptcharaktere der Serie kommt hier vor. Die Folge dient mehr als Prolog für
eine der kommenden Episoden („The Dalek Masterplan“), was für eine Serie wieder
sehr ungewöhnlich ist. Mir fällt jetzt gerade keine Serie ein, die einen Teaser
in Folgenlänge bietet…

Die nächste Folge, „The Myth Makers“ (4 Einzelepisoden),
spielt zu Trojas Zeiten in Griechenland. Der weibliche Hauptcharakter, Vicki,
bleibt in dieser Folge zurück und wird durch Katarina (Adrienne Hill), eine
Sklavin, ersetzt.

Die nächste Folge, „The Dalek Masterplan“, ist die bisher
längste in der ganzen Serie und umfasst 12 Einzelepisoden, die sich – wie der
Titel schon sagt – mit dem Dalek-Thema befasst. Offenbar sahen die Autoren für
Katarina keine gute Zukunft voraus, der Charakter stirbt jedenfalls relativ
früh, was wohl einen der kürzesten Companions des Doctors darstellen dürfte.
Eine neue Begleiterin, Sarah (Jean Marsh), kommt zwar zwischenzeitlich zur
Besatzung dazu, stirbt aber auch im Verlauf der Folgen. Insgesamt führt diese
riesige Episode wieder durch mehrere Epochen, unter anderem das alte Ägypten
und der „Time Meddler“ – oder zeitreisende Mönch, der in der letzten Staffel
zurückgelassen wurde – hat einen weiteren Auftritt. Als Begleiter bleibt am Ende
nur Steven übrig.

Die nächste Folge spielt im Frankreich des 16. Jahrhunderts
(„The Massacre of St. Bartholomew’s Eve“, 4 Einzelepisoden), eine weitere
Lektion in Sachen Geschichte und der Tatsache, dass der Doctor die Zeit nicht
wirklich verändern kann. Aber eine einzelne Person wird gerettet und deren
Nachfahrin, Dodo (Jackie Lane), wird schließlich an Bord der Tardis aufgenommen.

Weiter geht es mit „The Ark“ (4 Einzelepisoden), wo die
Überlebenden der menschlichen Rasse mit Hilfe von den „Monoids“ – reptilienartigen
Wesen – auf einer Art Weltraum-Arche zu einem fernen Planeten reisen. Ein
Schnupfen von Dodo sorgt hier zunächst für Probleme und Infektionen unter den
Mitreisenden, kann aber kuriert werden. In den letzten Einzelfolgen lernen
unsere Zeitreisenden dann über einen Aufstand der „Monoids“ und verhelfen den
Menschen zu ihrem Ziel.

„The Celestial Toymaker“ (4 Einzelepisoden) ist eine eher
außergewöhnliche Folge, denn der Doctor und seine Crew werden diversen Spielen
unterzogen, wobei der Einsatz ihr Leben darstellt und der „Toymaker“ (Michael
Gough) ein eher schlechter Verlierer ist und über fast übernatürliche Kräfte
verfügt. Nur durch eine List des Doctors können die drei schließlich entkommen.

„The Gunfighters“ (4 Einzelepisoden) spielt in Tombstone, wo
der Doctor für „Doc Holliday“ gehalten wird. Wieder eine Lektion in Sachen
Geschichte mit kleinen Veränderungen in Bezug auf den wirklichen Verlauf.

Die nächste Folge, „The Savages“ (4 Einzelepisoden), spielt
auf einem fernen Planeten in der Zukunft, wo die scheinbar guten Bürger in
Wirklichkeit nur aufgrund der Absaugung der Lebensenergie der sogenannten
Barbaren ihre tolle Zukunft ausleben können. Wieder eine „wer ist gut und wer
ist böse“ Folge, an deren Ende Steven schließlich zurückbleibt, um beide Parteien
zu versöhnen und beim Wiederaufbau zu helfen.

„The War Machines“ (4 Einzelepisoden) behandelt das
Supercomputer-Thema, dass man schon in Filmen wie „War Games“ oder „Colossus“
sehen konnte (wobei beide Filme viel jünger sind als die Dr. Who Folge). Dodo
verabschiedet sich hier und zwei neue Companions, Ben (Michael Craze) und Polly
(Anneke Wills), betreten die Tardis. Die dritte Season endet auch mit dieser
Folge.

Auch die dritte Staffel weiß zu gefallen und geht, was die
Begleiter des Doctors betrifft, noch einen Schritt weiter: Gleich zwei
Begleiter finden den Tod im großen Dalek-Abenteuer. Somit ist bis auf den
Doctor niemand wirklich sicher in der Serie. Aber ist er wirklich sicher?

In der vierten Season dürfen wir uns dann vom ersten Doctor,
William Hartnell, verabschieden (noch nicht für immer, aber das kommt in einem
der folgenden Reviews). Zunächst gibt es noch eine Folge, „The Smugglers“ (4
Einzelepisoden), mit ihm. Sie spielt im 17. Jahrhundert und befasst sich mit
Piraten – wie fast alle Folgen dieser Season auch nur wieder in Einzelbildern
mit Tonspur verfügbar.

Die zweite Folge der vierten Staffel ist ein Höhepunkt von
Dr. Who. Hier werden die Cybermen eingeführt! „The Tenth Planet“ (4
Einzelepisoden) bezieht sich dabei auf eine Zwillings-Erde (Mondas), die unter
Kontrolle der Cybermen ist und Ben und Polly müssen hier fast im Alleingang
unsere gute alte Erde retten, denn der Doctor liegt scheinbar im Sterben und
ist auch für zwei Einzelfolgen nicht zu sehen. Am Ende folgt die erste
Regeneration des Doctors und William Hartnell wird von Patrick Troughton
abgelöst – sehr zur Verwunderung von Ben und Polly.

Damit ist die Ära von William Hartnell als Doctor Who
beendet und Patrick Troughton übernimmt das Ruder. Ich muss gestehen, dass mich
die Serie wohl auch in den 60ern gepackt hätte, wenn ich die Möglichkeit zum
Zuschauen gehabt hätte. Wie bereits gesagt, es ist eine Science-Fiction Serie,
aber viele Episoden behandeln geschichtliche Themen und daher bietet diese
Serie auch einen lehrreichen Eindruck – teilweise wird der zwar etwas
verwässert durch das Auftreten des Doctors und seiner Gefährten, aber das ist
bei einer Sci-Fi Serie auch nicht anders zu erwarten. Mir hat es jedenfalls
Spaß gemacht, die Anfänge des Doctors zu sehen und ich werde die Serie weiter
verfolgen, Folge für Folge, auch wenn das teilweise bedeutet, nur Bilder zu
sehen und ein Tonband zu hören.

 

Danke an Clive77 für die Erlaubnis der Veröffentlichung. Originalpost bei Bereitsgesehen.de

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