Doctor Who: Ein Review – Teil 4: Tom Baker by Clive77

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Hier nun der vierte und längste Teil des Doctor Who
Marathons. Wie zuvor gilt auch hier: Es gibt jede Menge Spoiler, wenn die
Folgen beschrieben und bewertet werden.

Tom Baker spielte den vierten Doctor und war ganz kurz am
Ende von „Planet of the Spiders“ zu sehen (am Ende der Regeneration von Jon
Pertwee, dem dritten Doctor), der letzten Folge der 11. Staffel. Tom Baker
sollte von 1974 bis 1981 den Doctor in der alten Serie darstellen, was die
bisher längste Zeit ist, die ein Schauspieler diese Figur gespielt hat und dazu
noch am Stück.

Die erste Folge der 12. Staffel, „Robot“ (4 Einzelepisoden),
spielt auf der Erde. Ein Roboter (genannt K1) stiehlt Pläne und später Bauteile
für eine neue Waffe, den Desintegrator. Wie sich herausstellt, steckt dahinter
eine geheime Organisation von Wissenschaftlern, die eine „bessere Welt“ nach
ihren Vorstellungen forcieren wollen (und dabei sehr an die Nazis erinnern). Der
Doctor, dessen Verhalten sich deutlich verändert hat, versucht zusammen mit dem
Brigadier (Nicholas Courtney), Sarah Jane (Elisabeth Sladen) und Harry Sullivan
(Ian Marter) die Welt vor diesem Schicksal zu bewahren.

Das erste, was mir bei dieser Folge aufgefallen ist, ist der
stärkere Witz-Faktor – sowohl in der Folge als auch beim Doctor. Bevor er in
sein neues Abenteuer stürzt, versucht er die passende Kleidung zu finden und
probiert dabei sogar ein Clowns-Kostüm an (das er zum Glück nicht an behält). Außerdem
wirkte die Episode etwas trashiger als sonst und die Geschichte selbst schon
fast klischeehaft. Nichtsdestotrotz wurde aber solide geschauspielert und
spannend erzählt. Der interessanteste Charakter war für mich der Professor
(Edward Burnham), der den Roboter entwickelt hat und eigentlich gute Absichten
hatte, aber dann in den Sumpf der „Nazi“-Gruppe geriet und erst kurz vorm
Abfeuern der Atomraketen wieder zur Besinnung kam.

Die zweite Folge, „The Ark in Space“ (4 Einzelepisoden),
führt den Doctor, Sarah Jane und Harry in die ferne Zukunft auf eine Art „Noahs
Arche“ im Weltraum (Solareruptionen machten die Erde für mehrere tausend Jahre
unbewohnbar). Die Systeme an Bord funktionieren allerdings nicht richtig und
nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Sauerstoff-Support kommen unsere
Freunde einem fremden Organismus auf die Spur, der sich in einem der im
Tiefschlaf liegenden Menschen eingenistet hatte und den (wieder aufgeweckten)
Commander befallen hat. Dass die kürzlich aufgeweckten Leute zudem sehr
misstrauisch auf den Doctor und seine Gefährten reagieren (sie wurden
schließlich nicht „auserwählt“ für die Arche), macht die Sache nicht einfacher.

Wespen im Weltall – so könnte die Folge auch heißen.
Abgesehen von den schrägen Kostümen der Monster eine spannende Folge, die einen
stellenweise schaudern lässt. Für eine Familienserie war das schon eine echte
Horror-Episode – gigantische Insekten, die ihre Eier in Menschen ablegen und
dessen Larven dann langsam den Menschen von innen heraus auffressen/absorbieren
und dabei auch gleichzeitig das gesamte Wissen des Menschen aufnehmen.
Gruselige Vorstellung. Aber der Doctor schafft es schließlich, den ganzen
Schwarm ins All zu befördern – mit dem einzigen Raumschiff der Arche, das wenig
später explodiert. Da die Arche aber auch über einen Beamer verfügt, ist der
Transport zurück zur inzwischen regenerierten Erde gewährleistet und in der
letzten Szene beamen sich unsere drei Freunde als Vorhut zur Erde (und lassen
die TARDIS auf der Arche zurück), denn das Tranporter-System auf der Erde muss für
den Rücktransport wieder einsatzbereit gemacht werden.

Die nächste Folge, „The Sontaran Experiment“ (2
Einzelepisoden), schließt auch direkt an das letzte Abenteuer an. Während der
Doctor normal auf der Erde materialisiert, oszilliert Harry etwas vor sich hin
und Sarah Jane landet kopfüber auf dem Erdboden (sieht aus, als wenn wirklich
einige Reparaturen am Transporter vorgenommen werden müssen). Während der
Doctor mit dem Reparieren anfängt, machen Sarah Jane und Harry einen
Spaziergang und stoßen auf eine Gruppe gestrandete Raumfahrer (scheinbar haben
nicht nur die Menschen auf der Arche überlebt) und eine merkwürdige Maschine,
die diese jagt. Hinter den Aktivitäten der Maschine steckt ein Sontaran (Sarah
Jane erkennt die Spezies aus ihrem ersten Abenteuer im 13. Jahrhundert, „The
Time Warrior“, wieder), der mit den Raumfahrern herumexperimentiert, um
herauszufinden, wie widerstandsfähig Menschen sind. Die Invasionsflotte der
Sontarans wartet nur noch auf seinen Abschlussbericht und will dann sämtliche
menschlichen Kolonien angreifen.

Eine kurze aber spannende Folge, wenn auch mit einem kleinen
Logik-Fehler: Es gibt keine Überreste von Gebäuden, Straßen o.ä. aber mitten
auf der Wiese existiert weiterhin der Empfänger für das Transporter-System –
komisch. Sehr gefallen hat mir hingegen der Plan des Doctors, um die Sontarans
von ihrem Vorhaben abzubringen – schön dreist über Videofunk dem Commander der
Flotte angeblufft, köstlich. In der letzten Szene werden unsere drei Freunde
dann wieder hochgebeamt.

Ein Abenteuer später, in „Genesis of the Daleks“ (6
Einzelepisoden), stellt sich heraus, dass die Timelords den Doctor und seine
beiden Begleiter aus dem Transportstrahl heraus auf einen anderen Planeten –
Skaro – verfrachtet haben, in eine Zeit, bevor die Daleks in ihrer allgemein
bekannten Form erschaffen wurden. Seine Aufgabe: Herausfinden, was die
Schwachstellen der Daleks sind und wenn möglich in die Zeitlinie eingreifen und
sie weniger aggressiv gestalten (scheinbar werden die Daleks langsam aber
sicher ein Problem für die Timelords). Dummerweise landen die drei dabei mitten
im (ersten Weltkrieg-ähnlichen) großen Krieg zwischen Thals und Kaleds (nettes
Anagramm für Daleks), der bereits in der allerersten Dalek-Folge (die zweite
Geschichte mit dem ersten Doctor) erwähnt wurde.

Eine Folge, auf die ich lange gewartet habe. Wir treffen auf
Davros (Michael Wisher), einen Wissenschaftler der Kaleds, der ohne mit der
Wimper zu zucken (nicht, dass er überhaupt Wimpern hätte) über Leichen geht, um
sein Dalek-Projekt fertigzustellen. Er geht sogar soweit, dass er die eigenen
Leute verrät, um anschließend mit seinen Daleks auch die Thals auszulöschen.
Beinahe wäre es ihm auch gelungen, dem Doctor Informationen über zukünftige Niederlagen
der Daleks zu entlocken und diese damit zu verhindern (o.k. es ist ihm zwar
gelungen, aber das Tonband mit den Beschreibungen des Doctors wurde wieder
vernichtet). Der Doctor hingegen zögert bei der Möglichkeit, sämtliche Daleks
zu vernichten – Genozid ist wohl nicht sein Ding, selbst wenn es um die Daleks
geht. Zuletzt wird Davros von seinen eigenen Geschöpfen vernichtet – da bereut
er es dann wohl, sie so rücksichtslos und ohne Gewissen geschaffen zu haben.
Einige Daleks überleben, sind aber vorerst von der Außenwelt abgeschnitten.
Somit hat der Doctor die Entwicklung der Daleks etwas hinausgezögert, aber
nicht verhindert. In der letzten Szene fassen der Doctor, Harry und Sarah Jane
den Ring an, den anfangs ein Timelord dem Doctor hinterlassen hat, um zur
TARDIS zurückzukehren – aber werden sie wirklich wieder in der TARDIS landen?

Große Bedenken hatte ich bei der Folge, was Paradoxa angeht.
Gelänge es dem Doctor wirklich, die Daleks auszulöschen, hätte es die früheren
Folgen der anderen Doctoren nicht gegeben und sie hätten die Daleks nie kennen
gelernt. Ergo wäre der vierte Doctor nie nach Skaro gekommen, um die Produktion
der Daleks zu verhindern, usw. Wäre es Davros gelungen, die Daleks noch stärker
zu machen und deren Niederlagen zu verhindern, hätte es ein ähnliches Paradoxon
gegeben. Die Daleks hätten den Doctor im ersten Abenteuer besiegt und der
vierte Doctor wäre ebenfalls nicht mehr nach Skaro gekommen. Ergo hätte Davros
ihm keine Infos entlocken können, usw. Mit dem Ausgang der Geschichte bin ich
daher sehr zufrieden, auch wenn kleine Details vielleicht nicht passen sollten.
Hier noch ein Bild von Davros:

In „Revenge of the Cybermen“ (4 Einzelepisoden) kehren der
Doctor und seine beiden Begleiter auf die Station zurück, auf der die TARDIS
stehen müsste. Allerdings treffen sie einige Tausend Jahre zu früh dort ein.
Der Doctor erklärt, dass sich die TARDIS zeitlich rückwärts bewegen wird und
bald eintreffen sollte. Währenddessen gibt es große Probleme auf der Station.
Fast alle Crewmitglieder sind tot und die letzten vier Leute haben einen
Verräter in ihrer Mitte, der mit den Cybermen zusammenarbeitet. Letztere sind
seit mehreren Jahren nach dem letzten großen Krieg verschwunden gewesen und gelten
als ausgestorben – jedenfalls bis sie am Ende der zweiten Folge Fuß auf die
Station setzen.

Eine ereignisreiche Folge, in der wir etwas mehr über die
Cybermen erfahren, z.B. dass Goldstaub eine Waffe gegen sie ist und dass sie
auch Menschen benutzen, um ihre Ziele zu erreichen – sei es als Spione oder mit
einer Bombe auf den Rücken geschnallt. In der letzten Szene können unsere drei
Freunde endlich die TARDIS betreten, die wir seit „The Ark in Space“ nicht mehr
gesehen haben. Es wird auch höchste Zeit, denn der Brigadier hat schon über ein
Gerät des Doctors um Hilfe gebeten.

Das war die 12. Staffel, die fast alle Geschichten nahtlos
mit einander verknüpft. Daleks, Cybermen, Sontarans – hauptsächlich etablierte
Gegner wurden für Tom Bakers erste Staffel ausgesucht, der sich als Doctor
ziemlich gut macht. Zunächst muss man sich an seine Auftritte etwas gewöhnen –
vor allem an seine Kleidung. Mit überlangem Schal und Hut und einer Vorliebe
für „Jelly Babies“ wirkt er recht bizarr. Verglichen mit Jon Pertwee ist er
weit weniger ernst und neigt gern zum Herumwitzeln. Schauen wir mal, wie er
sich in den nächsten Folgen so schlägt. Ab der 13. Staffel wurde der Sendeplan
übrigens wieder geändert und die Staffeln fingen Ende August/Anfang September
an und endeten im folgenden Jahr Ende März/Anfang April.

Die erste Folge der 13. Staffel heißt „Terror of the Zygons“
(4 Einzelepisoden). Außerirdische sind abgestürzt und für das Versenken von
Ölplattformen vor der Küste Schottlands verantwortlich. Sie wollen die Erde für
sich bewohnbar machen, da ihr Heimatplanet nicht mehr existiert und können auch
menschliche Formen annehmen. Außerdem haben sie Kontrolle über das Loch Ness
Monster, das sie zum Zerstören der Ölplattformen benutzen. Der Doctor, Sarah
Jane, Harry und der Brigadier (der in dieser Folge ab und zu einen Kilt trägt)
haben alle Hände voll zu tun.

Eine interessante Erklärung zum Loch Ness Monster. Die
Zygons sehen richtig ekelig aus und ihr Raumschiff mag von außen metallisch
wirken, aber das Innenleben ist organisch und erinnert ein wenig an die Lexx.
Ich bin schon gespannt, ob wir die Zygons in späteren Folgen noch mal sehen,
denn die eigentliche Flotte sollte in ein paar hundert Jahren auf der Erde
eintreffen (andererseits: vielleicht auch nicht, denn der Kontakt zur Vorhut
auf der Erde ist ja endgültig abgebrochen). In der letzten Szene fragt der
Doctor seine Gefährten, ob sie mit ihm und der TARDIS zurück nach London reisen
wollen (Zitat: „We can be there five minutes ago“). Bis auf Sarah Jane lehnen
aber alle ab. Ciao Harry.

In „Planet of Evil“ (4 Einzelepisoden) landet die TARDIS
mehr als 30000 Jahre in der Zukunft am Rande des bekannten Universums. Auf dem
Planeten versucht ein Wissenschaftler ein Erz abzubauen, von dem er sich
verspricht, zukünftige Energieprobleme zu lösen. Der Doctor realisiert schnell,
dass es eine Verbindung auf dem Planeten zum Antimaterie-Universum gibt und
warnt davor, irgendwelches Material von dem Planeten zu entfernen. Das Team des
Wissenschaftlers wurde zudem auf grausige Art und Weise dezimiert.
Antimateriewesen haben sämtliche Flüssigkeit aus deren Körpern gesaugt. Der
Doctor und Sarah Jane gelten für das eintreffende Sicherungsteam für diese
Morde als Hauptverdächtige, was ihr Unterfangen umso schwerer macht.

Physikalisch gesehen war die Folge genauso grausig wie die
Morde. Da fragt man sich manchmal, ob die Schreiber nicht wenigstens etwas
recherchieren können, bevor sie mit einem Begriff wie Antimaterie arbeiten.
Aber gut, abgesehen davon war es eine spannende Folge und Sarah Jane war
sichtlich enttäuscht, dass die beiden nicht in London gelandet sind. Ob der
Doctor mit ihr jetzt dorthin zurückkehrt, wird die nächste Folge zeigen.

In „Pyramids of Mars“ (4 Einzelepisoden) landen Sarah Jane
und der Doctor im Jahre 1911. Allerdings sieht zumindest das Gebäude nach dem
UNIT-Hauptquartier aus, nur dass dort ägyptische Artefakte lagern. Der Besitzer
des Anwesens schwört kurze Zeit später einen Untergebenen von Seth/Sutekh
herbei, einer bösen ägyptischen Gottheit, die der Doctor als den letzten
Osirianer (eine außerirdische Rasse und gleichzeitig Anspielung auf den Namen
Osiris) identifiziert. Dieser will die Menschheit/alles Leben auslöschen,
sobald er aus seinem tausende Jahre alten Gefängnis freikommt und es gilt, das
zu verhindern.

Mit dieser Folge findet auch die ägyptische Mythologie und
der Konflikt zwischen Seth und Horus Einzug in das Whoniverse. Seth ist ganz
schön sauer, weil er etwa 7000 Jahre unter einer Pyramide verbuddelt auf seine
Freiheit gewartet hat und besitzt enorme mentale Fähigkeiten, die selbst dem
Doctor Angst machen. Ein Kraftfeld hat ihn all die Jahre gefangen gehalten,
dessen Energiequelle sich auf dem Mars befinden soll (ob die Eiskrieger wohl
davon wissen?) und seine reanimierten Mumien, äh, Roboter sollen jetzt eine
Rakete bauen, um diese Energiequelle zu zerstören. Zugegeben, hört sich alles
ziemlich bekloppt an, aber die Folge hat dennoch Spaß gemacht. Der Doctor
durfte auch das ein oder andere Mal ernsthaft böse auf seine Begleiter werden,
was man von Tom Baker’s Doctor bisher nicht gewohnt ist. Zuletzt schafft es der
Doctor dennoch, diesen fast allmächtigen Gegner zu vernichten und er und Sarah
Jane steigen wieder in die TARDIS – auf zum nächsten Abenteuer.

In „The Android Invasion“ (4 Einzelepisoden) glauben Sarah
Jane und der Doctor zunächst, sie seien etwa dort, wo sie hinwollten und finden
auch ein Dorf, das Sarah Jane schon einmal für eine Reportage besucht hat. Die
Leute verhalten sich aber sehr komisch und es stellt sich bald heraus, dass die
beiden in einer Simulation gelandet sind: Die Einwohner sind Androiden und die
Drahtzieher sind Aliens, die eine Invasion der Erde planen. Durch ein
Missgeschick von Sarah Jane wird zudem die TARDIS alleine zurück zur Erde geschickt,
so dass unsere beiden Helden erstmal auf dem Planeten festsitzen.

Eine eher klassische Geschichte, die man auf die eine oder
andere Art vielleicht schon mal in einem Spionagefilm gesehen hat.
Nichtsdestotrotz aber eine gute Dr. Who Folge, die vielleicht etwas zu
vorhersehbar ist (der Zuschauer bekommt gleich am Anfang schon genug deutliche
Hinweise auf die Androiden), was auf Kosten der Spannung geht. Mit Ausnahme der
letzten Episode natürlich, denn dort findet die Invasion letztlich statt – wenn
auch nur kurz. Gelungen fand ich auch den Auftritt des Androiden, der wie der
Doctor aussah, genauso wie Sarah Jane’s Doppelgänger. In der letzten Szene
steigt Sarah Jane erneut mit dem Doctor in die TARDIS, obwohl sie eigentlich
lieber ein Taxi nehmen würde. Mal schauen, wo die beiden diesmal landen.

In „The Brain of Morbius” (4 Einzelepisoden) landen Sarah
Jane und der Doctor auf einem fremden Planeten nicht weit von Gallifrey (just a
few billion miles) und der Doctor vermutet, dass die Timelords dahinter stecken.
Die beiden landen in einem Anwesen, das stark an die alten Frankenstein-Filme
erinnert. Der dort anwesende Wissenschaftler Doctor Solon (Philip Madoc) will
Morbius, einen üblen und eigentlich schon lange toten Timelord, wieder zum
Leben erwecken (bzw. mit einem Körper ausstatten, das Gehirn hat er schon) und
hat dazu schon einen monströsen Körper zusammengebastelt, dem nur noch der Kopf
fehlt. Da kommt der Doctor als unfreiwilliger Spender gerade recht. Außerdem
gibt es noch eine andere Fraktion, eine Schwesternschaft, auf dem Planeten, die
ein Lebenselixier behütet und von der Ankunft des Doctors Wind kriegt,
woraufhin die Damen annehmen, dass der Doctor dieses stehlen will (scheinbar
schlechte Erfahrungen mit Timelords in der Vergangenheit gemacht) und sie ihn
kurzerhand durch Teleportation entführen (und vor der „Spende“ retten), um ihn
per Timelord-Opfer aus dem Weg zu schaffen. Kann der Doctor sich aus der Affäre
ziehen, ohne den Kopf zu verlieren oder verbrannt zu werden?
Morbius bzw. sein Gehirn:

Die Folge könnte wirklich den 30er Jahre Frankenstein-Film
als Vorlage gehabt haben, denn es ist alles da: Der entstellte Diener des bösen
Wissenschaftlers, das Monster (aus Leichenteilen zusammengebastelt), ein
geheimes Labor, das „böse Gehirn“, usw. Aber im Gegensatz zum schon gruseligen
Frankenstein geht der Autor dieser Geschichte (Terrance Dicks bzw. Robert
Holmes) noch ein Stück weiter, denn das fertige Monster hat keinen Kopf,
sondern nur eine durchsichtige Plastikkugel, hinter der man das Gehirn noch
sehen kann. Eine wahre Gruselfolge und keinesfalls eine 1:1 Kopie von Mary
Shelley’s Frankenstein, denn dazu werden zu viele Who-Faktoren eingebaut. Eine
nette Szene ist ein geistiges Duell zwischen Morbius und dem Doctor. Dort sehen
wir die vorherigen Reinkarnationen des Doctors und auch von Morbius, der mal
ein Timelord „erster Klasse“ war – was immer das auch heißen mag. Zuletzt noch
eine Anmerkung: Wir erfahren hier einen ersten Widerspruch über die Lebenslänge
des Doctors. In dieser Folge spricht er von 749 Jahren, während in einer Folge
des dritten Doctors von tausenden Jahren die Rede war (siehe zugehöriges
Review). Allerdings machen die 749 Jahre in Anbetracht der neuen Folgen mehr
Sinn (er ist noch kein Timelord „erster Klasse“, also zu jung) und vielleicht
hat der dritte Doctor in besagter Szene auch nur übertrieben. Ach ja, in der
letzten Szene steigen Sarah Jane und der Doctor natürlich wieder in die TARDIS und
landen diesmal…

… in der Geschichte „The Seeds of Doom“ (6
Einzelepisoden). In der Antarktis werden 20000-30000 Jahre alte „pflanzliche
Alien-Eier“ gefunden, die die Zeit und Kälte scheinbar gut überstanden haben.
UNIT schickt den Doctor und Sarah Jane vor Ort, aber ein Alien ist schon
geschlüpft und hat ein Team-Mitglied mutieren lassen, dass den Menschen nicht
gerade freundlich gesinnt ist. Ein verrückter Pflanzensammler lässt das andere
Ei stehlen und nach England in die Zivilisation bringen. Können der Doctor und
Sarah Jane weitere Übergriffe stoppen?

Bei der Folge muss man unweigerlich an den Film „Alien“ von
Ridley Scott denken, nur dass es den Film zu der Zeit (1976) noch nicht gab.
Eier, aus denen Aliens schlüpfen und diese greifen dann Menschen an erinnert
jedenfalls stark an die Thematik im Film. Mein zweiter Gedanke fiel dann auf
„Das Ding aus dem Sumpf“, denn so (oder so ähnlich) sehen die mutierten
Menschen später aus. Aber auch hier wurde nicht zwangsweise kopiert, denn
unsere Geschichte entwickelt sich zwar ähnlich, aber verschieden genug, um eine
eigenständige gute Story zu liefern (auch wenn ein fanatischer durchgeknallter
Pflanzensammler mit gutem Bestechungs-Draht zu Regierungsmitgliedern etwas weit
hergeholt scheint). Zudem geht die Geschichte wieder einen Schritt weiter und
zwar im Vergleich zu beiden Filmen: Die Aliens sind schon auf der Erde und
landen auch mitten im zivilisierten England und die pflanzliche Mutation wächst
und wächst zu einem riesigen Etwas heran, das auch die umliegende Vegetation
feindselig gegenüber Menschen macht. Kleine Anmerkung: Der Doctor erwähnt
erneut, dass er 749 Jahre auf dem Buckel hat und zeigt auch mehrmals vollen
Nahkampf-Körpereinsatz, allerdings erwähnt er diesmal nichts vom venusianischen
Karate.

Damit ist die 13. Staffel beendet und ich muss sagen, dass
Tom Baker bisher einen hervorragenden Job macht. Seine Mischung aus Ernst und
Komik (er hat fast immer einen Oneliner parat) ist jedenfalls sehr erfrischend.
Die bisherigen drei Doctoren waren meistens ernst und autoritär, vor allem,
wenn die Lage bedrohlich wurde. Beim vierten Doctor hat man schon eher das
Gefühl, dass er auch noch aus der bedrohlichsten Lage einen Lacher rausholen
kann und trotzdem weiß, dass er was unternehmen muss.

Die erste Folge der 14. Staffel heißt „The Masque of
Mandragora“ (4 Einzelepisoden). Der Doctor und Sarah Jane reisen gerade mit der
TARDIS und der Doctor zeigt Sarah Jane das Innenleben, das noch größer ist als
man in den bisherigen Folgen annehmen konnte (es gibt sogar einen zweiten
Kontrollraum), als die TARDIS in einen merkwürdigen Strudel gezogen wird, von
dem der Doctor nur weiß, das es sich um etwas Lebendiges handelt. Nach einem
kurzen Aufenthalt auf der anderen Seite des Strudels können beide ohne Probleme
wieder abreisen, landen im Mittelalter (Ende 15. Jahrhundert) und müssen
feststellen, dass sie „etwas“ mitgebracht haben. Dieses Etwas macht sich
sogleich einen Kult zunutze und bietet dem Anführer Superkräfte und die
Weltherrschaft an. Der Doctor und Sarah Jane müssen einschreiten.

Eine ungewöhnliche Folge. Im düsteren Mittelalter haben wir
den Doctor bisher noch nicht gesehen und das Mitbringsel entpuppt sich als eine
Art Gottheit/Dämon, der auf die richtige Konstellation der Sterne angewiesen
ist. Ein spannendes Abenteuer mit einem Schuss Übernatürlichem und einem
Doctor, der niemals seinen Humor verliert. In der letzten Szene steigen Sarah
Jane und der Doctor wieder in die TARDIS, neuen Abenteuern entgegen.

In „The Hand of Fear“ (4 Einzelepisoden) sehen wir anfangs,
wie ein Raumschiff gesprengt wird und hören eine Warnung, dass der Insasse
(Eldrad) mit einer Chance von 1:3000000 überleben könnte. Der Doctor und Sarah
Jane landen 150 Mio. Jahre später mit der TARDIS in unserer Zeit auf der Erde
in einem Steinbruch und eine Sirene deutet auch gleich auf die bevorstehende
Sprengung hin – doch zu spät. Der Doctor kommt glimpflich davon während Sarah
Jane verschüttet wird und sich an einer steinernen Hand mit Ring festkrallt –
bis sie im Krankenhaus landet. Durch den Ring wird sie gezwungen, Eldrad zu
neuem Leben zu verhelfen und hat auch gleichzeitig eine Waffe in der Hand, mit
der sie schnurstracks zum nächsten Atomkraftwerk geht – denn Strahlung hat
einen wiederbelebenden Effekt auf die Hand, Eldrad’s Hand.

Eine sehr interessante Folge. Eldrad gilt zunächst als
Bösewicht auf der Erde wegen der ganzen nuklearen Regenerationsgeschichte.
Sie/Er erlangt dann aber das Vertrauen des Doctors, schließlich ist Sie/Er für
150 Mio. Jahre verschüttet gewesen und könnte nur einen Weg nach Hause suchen.
Als der Doctor ihr/ihm dann hilft (allerdings mit dem Kompromiß, nicht in der
Zeit zurückzufliegen, denn das kann ja die ganze Geschichte durcheinander
werfen), zum eigenen Ursprungsort zurückzukehren, stellt sich allerdings heraus,
dass sie/er doch nicht die vorgegebene Person ist, sondern nur machthungrig
nach dem Thron strebte. In gewisser Weise bekommt er/sie den Thron dann auch –
allerdings ist die Rasse schon ausgestorben. Der Doctor und Sarah Jane
entfliehen dem Ganzen und der Doctor bekommt einen „Anruf“ von Gallifrey,
worauf er Sarah Jane zu Hause (naja, nicht ganz) abliefert (die ohnehin schon
ihre Sachen gepackt hatte – scheinbar war das letzte Abenteuer zuviel des
Guten), um dann dem Ruf der Timelords zu folgen.

In „The Deadly Assassin“ (4 Einzelepisoden) landet der
Doctor auf Gallifrey. Die erste Folge warnt uns in einem Text vor, dass
Gallifrey sich der größten Krise überhaupt gegenüber sieht. In einer Vision
sieht der Doctor, dass der Präsident ermordet wird – vom Doctor selbst. Er
versucht, das Attentat zu verhindern, aber als er die Waffe sieht (die vorher
von jemandem dort deponiert wurde) nimmt er sie selbst, tötet den Präsidenten
und wird auch gleich verhaftet. Er widersetzt sich aber den Anschuldigungen mit
Hilfe einer juristischen Lücke (ironischerweise die Kandidatur zum neuen
Präsidenten) und beginnt eigene Nachforschungen anzustellen, die ihn zum Master
(Peter Pratt) führen.

Wow, in dieser Folge sehen wir Gallifrey und die Timelords
in einem gänzlich anderen Bild als in allen Folgen davor. Das mag daran liegen,
dass wir hier mit einer ferneren Zukunft des Planeten vertraut gemacht werden.
Der Doctor und seine TARDIS existieren nur in Aufzeichnungen und vom Master
will vorher noch niemand was gehört haben. Im Vergleich zum Doctor wirken die
Timelords aber eher rückständig. Und der Master ist zurück und sieht in seiner
aktuellen – degenerierten – Form furchteinflößend aus (man nehme Skeletor,
überdecke den Schädel mit Fleischfetzen und setze ein paar riesige lidlose
Augen ein). Wir erfahren außerdem, dass jeder Timelord zwölf Regenerationen
durchführen kann – danach ist Schluß. Der Master hat seine 13. Form in dieser
Folge erreicht und sein Aussehen liegt daran, dass er aufgrund des Hasses gegen
den Doctor und die Timelords nicht einfach so dahinscheiden will (er lebt also
nur noch – wie Omega in „The Three Doctors“ – aufgrund seines Willens/Hasses).
Sein Plan ist es, sich selbst zu retten und dabei Gallifrey und andere Welten
zu zerstören (was mit einigen alten Artefakten auf Gallifrey möglich ist). Der
Doctor kann zwar die Zerstörung verhindern, nicht aber, dass der Master
entkommt.
Der neue Master:

In „The Face of Evil“ (4 Einzelepisoden) landet der Doctor
in einer scheinbar primitiven Welt, in der allerdings fortschrittliche
Technologie benutzt wird, um „Phantome” fern zu halten. Der Doctor selbst wird
von den Einwohnern als „The Evil One“ bezeichnet und soll sogleich getötet
werden (mit entsprechendem Ritual). Als er mit Hilfe von Leela (Louise Jameson)
entkommt, erblickt er außerhalb des Dorfes das „Face of Evil“ – das ihm
verdächtig ähnlich sieht (Kommentar des Doctors: „Seems like I’ve been here
before – and made quite an impression“).

Eine Folge mit interessanter Wendung, denn wie sich später
herausstellt, war der Doctor in der Tat der „Evil One“, der für das Chaos und
das Schicksal der Einwohner verantwortlich ist. Bei einem vorherigen Besuch (an
den er sich anfangs nicht erinnern kann), hat er versucht, einen
hochentwickelten Computer zu reparieren und dabei sein eigenes
Persönlichkeitsmuster im „Bewusstsein“ der Maschine hinterlassen – was den
Computer schizophren werden ließ. Diese Schizophrenie, den inneren Kampf mit
den zwei Persönlichkeiten, übertrug der Computer dann auf die Mitglieder einer
Expedition, die dann wiederum zu den scheinbar primitiven Einwohnern des
Planeten wurden. Eigentlich will der Doctor am Ende alleine weiter reisen, aber
Leela betritt vor ihm die TARDIS und hinter der verschlossenen Tür hören wir
nur den Doctor ein „No, don’t touch that!“ sprechen und schon verschwindet die
TARDIS ins nächste Abenteuer.

Die nächste Folge, „The Robots of Death“ (4 Einzelepisoden),
spielt auf einem fremden Planeten. Eine weit entwickelte Gesellschaft, die ihre
Arbeiten hauptsächlich durch Roboter verrichten lässt und eine Wüste nach Erz
durchkämmt, wird langsam dezimiert. Da die Leichen erst auftauchen, nachdem der
Doctor und Leela aufgetaucht sind, werden die beiden natürlich sofort zu Hauptverdächtigen
erklärt (zuvor haben sich alle gegenseitig verdächtigt). Wie der Titel schon
sagt und der Doctor auch gleich anmerkt, führen allerdings die Roboter die
Morde aus – nur haben diese natürlich was das Morden von Menschen angeht eine
interne Schutzfunktion (erste Direktive), d.h. es muss wer anders die Fäden
ziehen.

Eine gute Folge, schade nur, dass der Titel schon gleich
vorwegnimmt, was man sonst hätte selbst erraten müssen. Trotzdem konnte man
noch miträtseln, welcher der Anwesenden hinter den Morden steckt und die
Roboter manipuliert hat. Übrigens: Der Doctor hatte scheinbar Geburtstag
zwischer dieser und der letzten Folge der 13. Staffel – er sagt am Schluss, als
er mit Leela wieder in die TARDIS steigt, dass er 750 Jahre alt ist.

In „The Talons of Weng-Chiang” (6 Einzelepisoden) führt der Doctor Leela ins
viktorianische London (Ende des 19. Jahrhunderts) und will ihr das Musik-Theater zeigen. Beide
kostümieren sich entsprechend (der Doctor erinnert dabei an Sherlock Holmes)
und hören auf dem Weg zum Theater einen Todesschrei. Sogleich treffen sie auf
eine Gruppe Chinesen, die gerade eine Leiche wegschaffen wollen und es kommt
zum Kampf. Wie sich herausstellt, sind in der Gegend mehrere Frauen
verschwunden und ein gewisser Li H’sen Chang (John Bennett), der gerade mit
seiner magischen Show im Theater aktiv ist, scheint damit etwas zu tun zu
haben.

Eine interessante Folge, wobei ich allerdings sagen muss,
dass mir das stereotype Auftreten und Behandeln der Chinesen weniger gefallen
hat (Li H’sen Chang wird übrigens deutlich erkennbar von einem Briten gespielt,
der ein Fu Manchu Makeup trägt) – es gibt nicht einen guten Chinesen in der
Folge, alle sind böse oder Arbeiter bzw. Sklaven und beherrschen
Kampfsporttechniken und sprechen nur stockend englisch. Der Doctor stellt in
dieser Folge seinem Kostüm entsprechend einen guten Sherlock Holmes dar und
leistet erstklassige Detektivarbeit, wobei er dabei von zwei
„Amateur-Detektiven“ – Prof. Litefoot (Trevor Baxter) und Henry Gordon Jago
(Christopher Benjamin), Besitzer/Manager des Palace Theatre – und natürlich von
Leela unterstützt wird. Leela zeigt in dieser Folge auch ihre Kampfqualitäten
und ist in meinen Augen ein besonderer Begleiter des Doctors, denn sie hat
stets ihr Messer dabei, obwohl der Doctor ihr anfangs davon abrät („If they see
no weapons on you, they behave quite peaceful – well, nine out of ten times“
oder so ähnlich). Der Doctor erwähnt übrigens in der ersten Episode, dass er
seit 400 Jahren nicht mehr in China war (eine Anspielung auf die Marco Polo
Folge des ersten Doctors). Und noch eine andere Sache: Es werden die
„Time-Agents“ erwähnt, denen ein gewisser Captain Jack Harkness einmal
angehörte.

Damit ist die 14. Staffel beendet und Tom Baker macht wirklich
eine sehr gute Figur als Doctor Who. Er bringt einfach den passenden Humor in
jede Lage und ist trotzdem sehr ernst im Durchführen der guten Sache. William
Hartnell war eher schusselig bis ernst, Patrick Troughton behielt meist seine
Gedanken für sich und Jon Pertwee war sehr autoritär, aber mit Tom Baker sieht
es meist rosig aus, egal wie ernst die Lage ist – seine Begleiter können sich
sicher sein, dass er (trotz des Humors) immer wieder einen Ausweg findet. Ich
bin jedenfalls bisher begeistert von diesem Doctor.

Die erste Folge der 15. Staffel heißt „Horror of Fang Rock“
(4 Einzelepisoden). Eigentlich wollte der Doctor mit Leela nach Brighton, aber
die beiden landen (ungefähr Anfang des 20. Jahrhunderts) nahe eines Leuchtturms
auf einer Felsinsel vor der Küste. Einer der Männer im Leuchtturm hat zuvor
gesehen, wie ein leuchtender Meteor im Meer gelandet ist und jetzt spinnt das
Licht des Turms, das bereits mit Elektrizität betrieben wird und ein dichter
unnatürlicher Nebel ist aufgezogen. Der Doctor vermutet sofort eine
außerirdische Lebensform, die sich der Elektrizität bedient, während der alte
Leuchtturmwärter die Bestie von Fang Rock als Missetäter in Verdacht hat. Als
auch noch ein Schiff wegen des defekten Leuchtturms auf die Felsküste aufläuft,
überschlagen sich die Ereignisse und häufen sich die Todesfälle.

Eine eher durchschnittliche Folge, die gegen Ende aber
tüchtig Fahrt aufnimmt. Wir erfahren außerdem, dass die Sontarans gegen die
Rutans Krieg führen, denn das Wesen, das für die Todesfälle im Leuchtturm
verantwortlich ist (ein Rutan), berichtet dem Doctor davon und erwähnt
außerdem, dass sein Mutterschiff bald landen wird. Dem Doctor gelingt es aber,
aus dem Leuchtturm einen riesigen Laser zu basteln (physikalisch sehr
fragwürdig, er benutzt dazu lediglich einen Diamanten, um das Licht zu
fokussieren) und schießt das Schiff vom Himmel. Leela schaut im Augenblick des
Feuerns ins Licht und erblindet kurzzeitig. Nach wenigen Minuten kann sie
wieder sehen, aber ihre Augenfarbe hat sich geändert (diese ebenfalls
unmögliche Änderung wurde deshalb durchgeführt, weil die Schauspielerin Louise
Jameson nicht länger Kontaktlinsen tragen wollte).

Die zweite Folge, „The Invisible Enemy“ (4 Einzelepisoden),
findet im Jahr 5080 statt als die Menschheit langsam aber sicher in die Weiten
des Weltalls aufbricht. Ein Shuttle auf dem Weg zur Raumstation „Titan“ (ob
damit wohl der Saturnmond Titan gemeint ist?) wird angegriffen von einem
„intelligenten Virus“, das durch Blickkontakt übertragen wird und Menschen um
die Augen graue Haarbüschel wachsen lässt. Auch der Doctor wird infiziert, kann
sich selbst aber in meditative Stasis versetzen, was seine Denkprozesse
verlangsamt und das Virus etwas eindämmt. Auf einer fortschrittlichen
Krankenstation weist er den Chefarzt Professor Marius (Frederick Jaeger) an,
sich und Leela (die immun gegen das Virus ist) zu klonen, zu miniaturisieren
und in seinen eigenen Körper zu spritzen. Die Klone sollen von innen gegen das
Virus kämpfen.

Die phantastische Reise trifft Dr. Who, nur dass der Film
natürlich weit besser umgesetzt war als diese Folge, die elf Jahre später
ausgestrahlt wurde. Interessant war z.B. dass der Doctor und Leela samt
Kleidung geklont werden und der Prof. die beiden nach der Miniaturisierung
einfach mit einer Spritze aufsaugt und samt Luft in den Doctor spritzt.
Abgesehen von diesen und anderen Fehlern war es aber eine spannende Geschichte
und die erste Folge, in der K-9 (gesprochen von John Leeson) vorkam, was ein
deutlicher Pluspunkt ist. K-9 begleitet auch am Ende der Folge Leela und den
Doctor in die TARDIS, auf zu neuen Abenteuern.

In „Image of the Fendahl“ (4 Einzelepisoden) hat eine Gruppe
von Wissenschaftlern einen 12 Millionen Jahre alten Schädel gefunden und führt
Untersuchungen daran durch. Dr. Fendelman (Denis Lill), der die Gruppe leitet,
hat außerdem einen „Zeitscanner“ in Betrieb genommen, der mit der TARDIS
interagiert und den Doctor und Leela auf den Plan ruft (K-9 ist momentan außer
Betrieb). In der Gegend geschehen außerdem mehrere Morde, wobei die Leichen
sehr schnell degenerieren – als wenn jemand die ganze Lebensenergie abgesaugt
hätte. Der Doctor ahnt Schlimmes und kommt den Fendahl auf die Spur, die einst
im Gallifrey-System auf dem fünften Planeten lebten und von den Timelords vor
12 Millionen Jahren in einer Zeitschleife gefangen wurden.

Wieder eine eher durchschnittliche Folge. Neben den
wissenschaftlichen Untersuchungen gibt es in dieser Folge auch eine Menge Magie
(auch wenn der Doctor das mal wieder anders erklärt) und vor allem, dass einer
der Wissenschaftler sich als Sektenführer entpuppt, erscheint mir als Zuschauer
doch recht fragwürdig.

In „The Sun Makers“ (4 Einzelepisoden) landen der Doctor und
Leela auf Pluto in der fernen Zukunft. Das Unternehmen, das den Planeten mit
Hilfe von künstlichen Sonnen bewohnbar macht und dem alle Gebäude gehören,
presst die Arbeiter mit Steuern aus. So sehr, dass einer der einfachen Arbeiter
zu Beginn Selbstmord begehen will. Der Doctor schreitet ein.

Diese Folge hat mir weit besser gefallen und einmal mehr
gezeigt, dass der Doctor sich gerne für den „kleinen Mann“ einsetzt. Sein
Vorgehen gegen den korrupten Konzern, der einzig auf Profit aus ist und dazu
seine Arbeiter steuerlich geradezu auspresst, stieß bei mir jedenfalls auf
Gegenliebe.

In „Underworld“ (4 Einzelepisoden) bekommt der Zuschauer
eine Erklärung dafür, weshalb die Timelords sich nicht (mehr) in die
Angelegenheiten fremder Rassen einmischen. Einst verhalfen sie den Minyans zu technologischem
Fortschritt und wurden von diesen als Götter verehrt. Ein Bürgerkrieg (und
fortschrittliche Waffen dank der „Götter“) der Minyans sorgte allerdings dafür,
dass die gesamte Spezies unterging – bis auf zwei Schiffe, die vom
Heimatplaneten Minyon aufbrachen: Das erste beinhaltet eine genetische
Datenbank der gesamten Spezies und das zweite wurde später losgeschickt, um
erstes zu finden und auf Minyon 2 die Zivilisation neu zu gründen. Am Rande des
bekannten Kosmos treffen der Doctor, Leela und K-9 auf das Verfolger-Schiff,
dessen Crew trotz 100.000jähriger Verfolgung noch aktiv ist
(Regenerationstechnologie von den Timelords?) und unterstützen die Crew bei
ihrer Suche.

Eine herrliche Folge, die den SciFi-Faktor endlich mal
wieder in den Vordergrund stellt. Es werden zwar auch Themen aufgegriffen, die
schon oft benutzt worden sind (versklavte Arbeiter, Exekutionen, etc.) und die
Effekte sind oft dank der noch nicht fortgeschrittenen Bluescreen-Technik
deutlich erkennbar, aber die erzählte Geschichte hat es in sich. Wir lernen
auch, warum die Timelords sich lieber zurückhalten und nicht in die Geschichte
eingreifen (obwohl es besser gewesen wäre, sie hätten eingegriffen und den
Bürgerkrieg damals zu verhindern gesucht). Aber dem Doctor gelingt es am Ende
doch, diesen Fehler der Timelords zumindest ein wenig wieder gutzumachen, denn
die Minyans bekommen ihre Mission am Ende erfüllt und sehen einer neuen
Heimatwelt, einem Neuanfang entgegen.

Die letzte Folge der 15. Staffel, „The Invasion of Time“ (6
Einzelepisoden), führt den Doctor und seine Gefährten nach Gallifrey. Der
Doctor verhält sich zu Beginn der Folge mehr als merkwürdig: Erst landet er mit
der TARDIS auf einem fremden Schiff, wo er einen Vertrag mit Aliens macht (Leela
und K-9 bleiben in der TARDIS zurück), anschließend geht’s nach Gallifrey, wo
er sich zum Präsidenten machen lässt (er ist der einzig verbleibende Kandidat
nach den Ereignissen in „The Deadly Assassin“) und Leela und K-9 zunächst
wieder zurücklässt. Seinen neuen Saal lässt er mit Blei auskleiden, Leela aus
der Timelord-Zitadelle verbannen und befiehlt K-9 den Schutzschild um Gallifrey
zu entfernen. Anschließend tauchen die Aliens vom Anfang als
Invasionsstreitmacht auf und am Ende der zweiten Einzelfolge stellt er diese
den Timelords mit einem Lachen als die neuen Herrscher vor. Ist der Doctor
verrückt geworden?

Eine sehr schöne Abschlussfolge für die Staffel. Auch wenn
man es vom vierten Doctor nicht gewohnt ist, hat er alle an der Nase herum
geführt – und konnte auch nicht anders, denn seine Feinde hatten telepathische
Fähigkeiten. Im Endeffekt gehörte alles zu seinem großen Plan, um die Invasoren
(Vardans) abzuwehren und in eine Zeitschleife zu verbannen. Womit er aber nicht
gerechnet hat, war das anschließende Auftreten der Sontarans gleich nachdem die
erste Bedrohung abgewehrt wurde. Am Ende der Folge bleiben Leela und K-9 auf
Gallifrey (Leela hat sich verliebt und K-9 muss auf Frauchen aufpassen). In der
TARDIS findet der Doctor aber ein Paket mit der Aufschrift „K-9 M II“, dem
Nachfolgemodell von K-9.

Die erste Folge der 16. Staffel heißt „The Ribos Operation“
(4 Einzelepisoden). Der Doctor bekommt am Anfang vom „White Guardian“ (Gott?)
den Auftrag, den Schlüssel zur Zeit zu finden (einen mächtigen Würfel, der in
sechs Einzelteile zerlegt wurde). Wenn er das nicht schafft, wird die Zeit
stehen bleiben (Doctor: „What happens when I fail?“, Guardian: „Nothing.
Nothing will ever happen.“). Dazu bekommt er – gegen seinen Willen – eine neue
Begleiterin, Romanadvoratrelundar (Mary Tamm), die er kurz Romana nennt und ein
„Tracking Device“, um den Schlüssel zu finden. Außerdem soll er sich vor dem
„Black Guardian“ in Acht nehmen, denn der will den Schlüssel ebenfalls haben.
Das erste Fragment führt beide nach Ribos, wo sie es mit zwei Betrügern zu tun
bekommen, die ihren letzten großen Coup planen.

Eine recht amüsante Geschichte. Gerade die neue Begleiterin
Romana sorgt anfangs für ein paar Lacher, wenn sie angibt, die Akademie der
Timelords als Klassenbeste bestanden zu haben und dem Doctor unter die Nase
reibt, dass er erst beim 2. Versuch mit 51% gerade so durchgekommen ist („That
information is confidential!“). Die Suche nach dem ersten Fragment des
Schlüssels gestaltet sich auch recht amüsant, da die beiden Betrüger versuchen,
den reichen Grafen Graff Vynda-K (Paul Seed) auszunehmen und das Fragment die
Form eines wertvollen Minerals hat. Am Ende nimmt der Doctor das Fragment mit
(wobei er den Betrüger betrügt und dieser sich dann darüber beschwert, dass es
keine ehrlichen Menschen mehr gibt) und er, Romana und K-9 starten ins nächste
Abenteuer.

In „The Pirate Planet“ (4 Einzelepisoden) landen der Doctor
und seine Gefährten auf Calufrax – oder zumindest glauben sie das. In
Wirklichkeit befinden sie sich auf Zanak, einem Piratenplaneten, der fremde
Welten ausbeutet und zerstört, was unsere Helden natürlich verhindern müssen.

Hier gibt der Titel ausnahmsweise nicht zu viele
Informationen preis, auch wenn er wortwörtlich den Kern der Geschichte
anspricht. Wenn man eine TARDIS (mit all ihren Stockwerken) beliebig durch den
Raum steuern kann, warum nicht auch einen ganzen Planeten? Am Ende kann der
Doctor das zweite Fragment des Schlüssels sichern und zudem verhindern, dass
die Erde das gleiche Schicksal wie Calufrax erfährt. Eine schöne Folge.

In „The Stones of Blood“ (4 Einzelepisoden) führt die Reise
zur Erde. Der Doctor und Romana landen nahe einem Steinkreis ähnlich
Stonehenge, der gut 4000 Jahre alt ist und treffen auf die ziemlich alte
Professorin Amelia Rumford (Beatrix Lehmann) und deren Freundin Vivian Fay
(Susan Engel). Scheinbar ist immer noch ein Druidenkult bei den Steinen aktiv,
der seiner Göttin Cailleach Opfergaben bringt. Es stellt sich dann heraus, dass
Vivian Fay einiges mit dem Kult zu tun hat und in Wirklichkeit schon seit 4000
Jahren beim Steinkreis verweilt und in Besitz des dritten Schlüsselteils ist.

Eine sehr abwechslungsreiche Folge, die den Doctor und
Romana in den Hyperraum (Hyperspace) führt, wo sie an Bord eines Raumschiffs
landen. Der Doctor befreit dort die Megara (eine Art Gerichtsmaschinen) und
sieht sich anschließend einer bizarren Gerichtsverhandlung gegenüber, denn er
hat bei der Befreiung ein Siegel zerstört – worauf die Todesstrafe steht. Der
ganze Mix aus Hyperraum, Steinwesen, Göttinnen & Co. zeigt hier deutlich,
wie fantasiereich die Autoren (in diesem Fall David Fisher) an einige
Geschichten herangegangen sind und wie geschickt dabei historische Tatsachen
mit eingewoben werden. Die Folge hat mir jedenfalls gut gefallen und der
Doctor, Romana und K-9 können zuletzt mit dem dritten Fragment weiterreisen
(der Doctor ist übrigens immer noch zum Tode verurteilt, aber die Megara kamen
nicht mehr dazu, das Urteil auszuführen – hoffentlich vergisst der Doctor das
beim nächsten Treffen nicht).

In der nächsten Folge, „The Androids of Tara“ (4
Einzelepisoden), ist der Doctor zunächst wenig enthusiastisch, im Gegensatz zu
Romana, die wohl in Schatzsuchstimmung ist. Der Doctor spielt anfangs mit K-9
Schach (und verliert mal wieder) und geht auf Tara (wo das vierte Schlüsselteil
sein soll) lieber angeln als Romana bei der Suche zu helfen. Romana wird auch
schnell fündig, aber sowohl sie als auch der Doctor werden anschließend
(separat) in die politischen Ränkespiele der Einwohner verstrickt, wobei Count
Grendel (Peter Jeffrey) den Thron haben will. Verglichen mit der Erde würde die
Epoche des Planeten wohl in die Zeit der drei Musketiere fallen, wären da nicht
die elektrischen Armbrüste und Degen und die Androiden, die als Doppelgänger
verwendet werden, um die jeweils andere Partei zu täuschen. Während der Doctor
damit beschäftigt ist, den legitimen Thronfolger zu schützen, wird Romana von
Count Grendel benutzt – Romana sieht der einheimischen Prinzessin Strella
täuschend ähnlich.

Nicht ganz so verrückt wie die letzte Folge, aber durchaus
seltsam wirkt die Kombination von moderner Technologie wie Androiden und der
Mantel- und Degen- Zeit. Nichtsdestotrotz bekommt der Zuschauer eine nette
kleine Geschichte erzählt, bei der der Schlüssel zur Zeit (das Staffelthema)
mal nicht im Mittelpunkt steht. Besonders lustig war ein Degenkampf des Doctors
(mit Schal) gegen Count Grendel und die letzte Szene als K-9 alleine in einem
Boot den Fluss entlang treibt.

In „The Power of Kroll“ (4 Einzelepisoden) geht es zum
nächsten Planeten, wo K-9 aufgrund der sumpfigen Landschaft in der TARDIS
bleibt. Der Doctor macht zunächst Bekanntschaft mit den Betreibern einer
Methan-Raffinerie, während Romana auf die Einheimischen Sumpfmenschen trifft.
Die Sumpfleute sind nicht gerade erfreut über die Raffinerie und die Menschen
dort wollen die Sumpfleute loswerden als plötzlich „Kroll“ auftaucht – ein
riesiges Monster mit zig Tentakeln, das sich frei im Sumpf und unter dem Sumpf
bewegen kann und gerade (durch die Vibrationen der Raffinerie) aufgewacht ist.
Während die Sumpfleute dem Monster mit Opfergaben (in Form des Doctors und
Romana) beikommen wollen, will der irre Anführer der Raffinerie das Monster
samt Dorf der Sumpfmenschen wegbomben.

Eine typische Geschichte der Art „böse Kolonisten räubern
Einheimische aus“, wie es sie schon öfter im Whoniverse gab. Allerdings noch
nicht mit dem Humor eines Tom Baker und noch nicht mit einem derart
gigantischen Monster. Die Suche nach dem fünften Schlüsselfragment löst sich
auch erst ganz zuletzt: Das Monster verschwindet als der Doctor es mit dem
Detektor berührt und zum Vorschein kommt das Schlüsselteil. Damit sind fünf
Teile gefunden und nur noch eines steht aus. Da fällt mir ein, der „White
Guardian“ warnte anfangs vor dem „Black Guardian“ – bisher haben wir noch
nichts von ihm gesehen und es steht nur noch eine Folge aus.

Die letzte Folge der 16. Staffel ist „The Armageddon Factor“
(6 Einzelepisoden). Der Doctor, Romana und K-9 landen auf Atrios. Deren
Einwohner befinden sich im thermonuklearen Krieg mit dem Nachbarplaneten Zeos
und werden stetig bombardiert. Als der Doctor schließlich nach Zeos reist,
stellt sich heraus, dass deren Einwohner längst nicht mehr da sind und der
Krieg nur noch durch einen Computer geführt wird. Außerdem trifft er auf den
„Shadow“, einem Helfer des „Black Guardian“, der den Schlüssel zur Zeit haben
will und für den Krieg verantwortlich ist. Kann der Doctor das sechste Fragment
des Schlüssels finden und verhindern, dass der Schlüssel dem „Black Guardian“
in die Hände fällt?

Ein schöner Abschluss zur durchgehenden Geschichte der 16.
Staffel. Besonders die Tatsache, dass der „weiße Wächter“ sich am Ende als
„schwarzer Wächter“ entpuppt, gab der Geschichte noch mal einen kleinen Twist.
Somit war die ganze Aufgabe von Anfang an ein falsches Spiel, denn der
Schlüssel sollte gar nicht zusammengesetzt werden und wird vom Doctor auch
wieder zerlegt und im Universum verteilt. Da das sechste Teil eine junge Frau,
Prinzessin Astra (Lalla Ward), war, wird diese wohl sehr glücklich über die
Entscheidung sein, ebenso wie das Monster Kroll aus der Vorfolge. Der Doctor
traf in dieser Episode übrigens auf Drax (Barry Jackson), der mit ihm zusammen
„zur Schule“ gegangen ist (Klasse von 92) und dem Doctor erstmals einen
Spitznamen gibt: „Thete“, kurz für „Theta Sigma“. Kein richtiger Name, aber
wieder ein kleines nettes Teilchen zur mysteriösen Vergangenheit des Doctors.
Am Ende ist der schwarze Wächter natürlich mächtig sauer und droht dem Doctor.
Als Ausweg hat dieser aber ein Gerät in die TARDIS eingebaut, was die Sprünge
in Raum und Zeit zufällig gestaltet – somit kann der Wächter dem Doctor nicht
folgen, aber vielleicht sehen wir ihn trotzdem noch mal wieder, wer weiß.

Das dürfte auch die erste Staffel mit einer durchgehenden
Rahmenhandlung gewesen sein. Man könnte zwar das Exil des dritten Doctors auch
als große Rahmenhandlung sehen, aber dort hatten die Einzelfolgen nicht
wirklich viel damit zu tun und waren separate Abenteuer. Hier findet sich in
jeder Folge ein Fragment und die Geschichte geht einen Schritt pro Folge
weiter. Ich bin schon gespannt, ob das jetzt öfter vorkommt oder nur eine
einmalige Sache war.

Die erste Folge der 17. Staffel heißt „Destiny of the
Daleks“ (4 Einzelepisoden) und der Doctor sieht sich anfangs einer
regenerierten Romana gegenüber, die nun so aussieht wie die Prinzessin Astra
aus der letzten Folge. Auf Bitten des Doctors wechselt Romana mehrmals das Aussehen
(ich hoffe, das waren nicht alles Regenerationen sondern Veränderungen im
Rahmen einer Regeneration – sonst bleibt von ihren 12 Regenerationen nicht mehr
viel übrig), bleibt aber zuletzt in der Form von Astra. Dank dem „Randomizer“
wissen die beiden auch nicht, wo sie gelandet sind, außer, dass die Welt
ziemlich verstrahlt ist und in Ruinen liegt. Schon in der ersten Episode stellt
sich dann heraus, dass sie auf Skaro gelandet sind und die Daleks dort mit
Ausgrabungen beschäftigt sind. Während Romana den Daleks in die Hände fällt,
trifft der Doctor auf Außerirdische in weißen Strampelanzügen (Movellans) – die
wollen den Daleks nix Gutes und der Doctor ist bereit zu helfen. Am Ende der
zweiten Folge offenbart sich dann das Ziel der Ausgrabungen: Davros (David
Gooderson), Schöpfer der Daleks!

Köstlich, erste Reaktion des Doctors auf Davros’ Ansprache: „I can see all this long rest
hasn’t done anything to cure your megalomania, here, have a Jelly-Baby“. Die
weiteren Konversationen waren ähnlich lustig und das hebt die Folge schonmal
recht positiv hervor. Einen kleinen Twist mit den Strampelanzügen, äh,
Movellans gab es auch noch als diese sich überraschenderweise als Androiden
entpuppten und ähnlich grausam wie die Daleks vorgehen. Dummerweise haben beide
Parteien ein logisches Patt in ihrem Krieg erreicht und es ist nun am Doctor
und Davros, dieses Patt zu entfernen. Ihr könnt dreimal raten, wer am Ende
gewinnt und wer auf Eis gelegt wird (im wahrsten Sinne des Wortes übrigens).
Ein schöner Auftakt zur 17. Staffel und mal schauen, vielleicht kommt Davros
später noch mal vor.

In „City of Death“ (4 Einzelepisoden) sehen wir anfangs
einen Außerirdischen (Scaroth) auf einem wüsten Planeten. Seine Leute starten
mit einem Raumschiff, das kurz darauf zunächst verzerrt erscheint und
anschließend explodiert. Im letzten Funkspruch flehen sie Scaroth um Hilfe,
aber er kann nichts machen. Szenenwechsel: Der Doctor und Romana gönnen sich
eine Auszeit in Paris (1979) und bemerken dabei Zeitverzerrungen, die der
Doctor zunächst ignorieren will („we are in holidays“). Zudem bemerken sie eine
Gruppe im Louvre, die es scheinbar auf die Mona Lisa abgesehen hat. Ab jetzt
wird’s kompliziert: Hinter dem geplanten Diebstahl steckt Scaroth, der durch
die Explosion des Raumschiffs auf der Erde vor 400 Millionen Jahren in mehreren
Epochen unserer Zivilisation „zerstreut“ wurde, der Menschheit bei ihrer
Entwicklung half und 1979 versucht, eine Zeitmaschine zu entwickeln – was sehr kostspielig
ist. Er steht aber in Kontakt mit seinen anderen in der Zeit verstreuten
Ebenbildern und überzeugt Leonardo da Vinci, sechs weitere Gemälde der Mona
Lisa anzufertigen – in 1979 will er dann die insgesamt sieben Gemälde an
Privatsammler verhökern, um das nötige Geld für die Zeitmaschine aufzubringen.
Der Plan ist dann, zurück zu reisen und seine Leute zu retten. Eigentlich
sollte der Doctor das gut heißen, aber es gibt dabei ein Problem: Durch die
Explosion des Raumschiffs wurde das Leben auf der Erde und die Entwicklung der
Menschheit erst möglich. Der Doctor muss also verhindern, dass Scaroth Erfolg
hat oder es hat die Menschheit nie gegeben.

Eine turbulente Folge, schön umgesetzt und mal wieder mit
einer Menge Humor, wie es für Tom Bakers Doctor üblich ist. Ein Privatdetektiv,
Duggan (Tom Chadbon), unterstützt den Doctor in dieser Folge und schlägt (oft
zum Missfallen des Doctors und Romana) viele Leute k.o. Einen Haken hätte es übrigens
gegeben, falls Scaroth Erfolg gehabt hätte: Wenn sein Raumschiff nicht
explodiert, entwickelt sich die Menschheit nicht. Dann hätte er auch keine
Zeitmaschine zur Verfügung und könnte die Explosion nicht verhindern –
Paradoxon!

Kleine Anmerkung noch: Im letzten Teil hat John Cleese einen
kleinen Gastauftritt als Besucher eines Museums – toll gewählt und ich musste
zweimal schauen, weil ich beim ersten Mal meinen Augen nicht traute.

Die nächste Folge, „The Creature from the Pit“ (4
Einzelepisoden), führt den Doctor, Romana und K-9 (der endlich mal wieder aktiv
in einer Folge mitspielt) nach Chloris, einer Dschungelwelt. Sie sind einem
Notsignal gefolgt, das scheinbar von einer riesigen, metallischen Eierschale
stammt und machen gleich Bekanntschaft mit Lady Adrasta (Myra Frances) und
einigen Banditen. Metall ist auf dieser Welt wertvoll und selten und in der
letzten Mine, die Lady Adrasta gehört, haust „the Creature“. Diesem Geschöpf
werden über eine Grube Leute geopfert, die Lady Adrasta verstimmt haben. Der
Doctor kommt ihr allerdings zuvor und springt gleich in der ersten Folge selbst
in die Grube, um herauszufinden was es mit dem Monster auf sich hat.

Eine nette kleine Geschichte über Habgier und das Entstehen
von Kriegen. Das Monster entpuppte sich als Botschafter eines anderen Planeten,
Tythonus, auf dem es Metall im Überfluss gibt, aber Chlorophyll benötigt wird –
gerade die umgekehrte Version von Chloris. Leider traf der Botschafter (Erato)
zuerst auf Adrasta, die ihr Metall-Monopol gefährdet sah und Erato in die Grube
werfen ließ. In der letzten Folge gab es noch eine hübsche kleine
Weltraumsequenz, denn die Tythonier hatten nach dem Verlust ihres Botschafters
schon einen Neutronenstern zur Vernichtung der Sonne von Chloris auf den Weg
geschickt und nach Aufklärung der Situation durch den Doctor muss dieser den
Neutronenstern mit Hilfe von Erato und der TARDIS von seiner Bahn abbringen.
Was mich allerdings etwas störte, war die neue Stimme von K-9. Bisher wurde er
immer von John Leeson gesprochen, aber nun von David Brierley. Allerdings kehrte
John Leeson nächste Staffel wieder zurück.

In „Nightmare of Eden“ (4 Einzelepisoden) kollidieren zwei
Raumschiffe in der Anfangssequenz: Ein großer Kreuzer kommt aus dem Hyperraum
und materialisiert teilweise mit einem kleineren Forschungsschiff. Der Doctor
landet mit Romana und K-9 auf dem Kreuzer und bietet seine Hilfe an. Neben der
Verschmelzung der beiden Schiffe gibt es aber noch andere Probleme: Ein
Forscher hat ein Gerät entwickelt, mit dem er verschiedene Welten per
Lasertechnik in einem Kristall speichern kann – aber das Gerät ist instabil und
einige gefährliche Kreaturen (Mandrels) machen fortan das Schiff unsicher.
Außerdem scheint jemand eine gefährliche Droge (Vraxoin) zu schmuggeln, die
u.a. von einem der Steuermänner des Kreuzers konsumiert wurde und erst zum
Unfall führte. Im späteren Verlauf taucht zudem eine Art Zollbehörde auf, die
natürlich sofort den Doctor und Romana verdächtigen, da die beiden sich nicht
ausweisen können.

Eine turbulente Folge, die dem Doctor und Romana ordentlich
zu tun gibt. Es dürfte auch die erste Folge sein, die sich zu einem Großteil
mit Drogenmissbrauch und -schmuggel beschäftigt – ohne dass allerdings der
typische Dr. Who Faktor darunter leiden muss. Eine schöne Idee war es auch, die
Mandrels als natürlichen Träger der Droge zu benutzen.

In „The Horns of Nimon“ (4 Einzelepisoden) fummelt der
Doctor anfangs am Innenleben der TARDIS rum, um ein Upgrade durchzuführen. Als
Folge davon kann er nicht verhindern, dass die TARDIS von einem (künstlichen)
schwarzen Loch angezogen wird und mit einem Raumschiff der Skonnans kollidiert,
die ebenfalls aufgrund des schwarzen Lochs Probleme haben. Bei dem Raumschiff
handelt es sich um einen Transport von jungen Anethern und „Hymetusite“-Kristallen
(ausgezeichnete Energiequellen) von Aneth nach Skonnos, wo die „Ware“ an einen
gewissen Nimon übergeben werden soll, der im Gegenzug den Einwohnern von
Skonnos fortgeschrittene Technologie versprochen hat (die Skonnans wollen damit
ihr 2. Großes Reich aufbauen – Diktaturstaat lässt grüßen). Der Doctor und
Romana sind natürlich überhaupt nicht begeistert als sie hören, dass die
Anether als „Opfergaben“ bezeichnet werden und gehen der Sache auf den Grund.

Das Labyrinth des Minotaurus/Nimon trifft Dr. Who. Nimon,
ein „Stiermensch“ mit großen Technologiekenntnissen verspricht Skonnos großen
Fortschritt als Köder und plant insgeheim eine Invasion von Skonnos, deren
machthungrige Einwohner ihn mit den Energiekristallen und Futter (die jungen
Anether) versorgen. Dazu baut er ein künstliches schwarzes Loch nahe Skonnos,
das als Transport für die Invasionsstreitmacht dienen soll, die an einem
anderen weit entfernten schwarzen Loch auf die Fertigstellung warten (womit wir
ein nutzbares Wurmloch hätten). Nimon und seine Stiere/Leute haben das schon
oft gemacht, wie sich später herausstellt. Sie haben nur nicht mit dem Doctor
und seinen Gefährten gerechnet. Schöne Folge mit vielen witzigen Momenten, aber
auch recht grausamen Feststellungen.
Achtung, trashige Stiermenschen:

Die letzte Folge der 17. Staffel, „Shada“ (6 Einzelfolgen),
wurde damals aufgrund eines Streiks während der Produktion nicht fertig
gestellt und daher auch nicht ausgestrahlt. Das aufgenommene Material wurde
erst 1992 auf Video veröffentlicht, wobei Tom Baker die fehlenden Sequenzen als
Erzähler ergänzt hat – eine sehr gute Wahl, wie ich finde.

Am Anfang sehen wir, wie jemand aus einer Raumstation
aufbricht und mit einem Raumschiff davon fliegt, während der Rest der Crew
sterbend (?) zurück bleibt (eine Art Gefängnis?). Szenenwechsel nach Cambridge:
Der Doctor besucht zusammen mit Romana einen alten Kollegen, Prof. Chronotis (Denis
Carey) – ein im Ruhestand befindlicher Timelord, der den Doctor angeblich um
Hilfe gebeten hat. Der Professor ist etwas zerstreut, ihm fällt aber wieder
ein, dass er einige Bücher von Gallifrey mitgenommen hat, eins davon ist ein
wichtiges Artefakt, dessen Eigenschaften selbst den Timelords nicht ganz klar
sind. Der Bösewicht aus der Anfangssequenz – stellt sich dann später heraus –
will „Shada“ finden, was mit Hilfe des Buches möglich ist. Shada ist ein
Gefängnis, das aus dem Gedächtnis der Timelords „gestrichen“ wurde und
sämtlichen gefassten Möchtegern-Weltherrschern als Zuhause dient. Besonderes
Interesse gilt einem Timelord, der die Fähigkeit hatte, seinen Willen in das
Gehirn jeder Person zu projizieren, um diese dann als Marionette zu benutzen.
Eine sehr schöne Folge, auch wenn sie leider nie fertig gestellt wurde. Mehr
noch, eines der besten (geplanten) Staffelfinale, die ich bisher gesehen habe.
Es gab einiges an Überraschungen und recht ungewöhnliche Gimmicks, wie z.B. das
unsichtbare Raumschiff oder die fliegende Kugel, die dem Angegriffenen seine
Gedanken stiehlt und natürlich die Krargs.

Die erste Folge der 18. und letzten Staffel mit Tom Baker
als Dr. Who heißt „The Leisure Hive“ (4 Einzelepisoden). Ein neuer Vorspann und
eine veränderte Musik läuten die Folge ein. Romana und der Doctor wollen sich
etwas erholen und nachdem ein erster Versuch am Strand (der Doctor hat leider
die falsche Saison gewählt) mit einem explodierten K-9 endet (der nicht
salzwasserfest war und wieder von John Leeson gesprochen wird), landen die
beiden auf Argolis. Bis auf den „Leisure Hive“ ist der Rest der Welt durch
einen Krieg unbewohnbar geworden. Und nachdem Romana und der Doctor angekommen
sind, gibt es natürlich Probleme. So gibt es einen Unfall, Sabotage und
schließlich einen Mord. Zudem forschen die Argolianer mit Tachyonen-Technik
herum mit dem Ziel, sich selbst zu verjüngen, da sie durch den Krieg steril
geworden sind und eines der Experimente lässt den Körper des Doctors ins
Greisenalter übergehen (siehe Foto).

Man merkt dieser Folge viele Veränderungen an; neben
Vorspann und Musik wurden einige Markenzeichen des Doctors, wie z.B. sein
Outfit (besonders der Schal), verändert und das Fragezeichen taucht erstmals an
seiner Kleidung auf – wenn auch recht unauffällig am Hemdkragen. Die Veränderungen
gehen auf John Nathan-Turner zurück, der ab hier neuer „Steuermann“ hinter den
Kulissen war und das auch bis 1989 bleiben sollte. Vielleicht ein Grund,
weshalb diese Staffel die letzte mit Tom Baker ist. Die Geschichte selbst war
allerdings gut und abwechslungsreich. Der Doctor lässt am Ende übrigens den
„Randomizer“ zurück, da er es leid ist, nicht zu wissen, wo er landet. Romana
warnt zwar noch vor dem Black Guardian, aber der Doctor nimmt das gelassen und
soll damit auch für einige Staffeln recht haben.

In „Meglos“ (4 Einzelepisoden) spielen gleich zwei Planeten
eine große Rolle. Zolfa-Thura, ein verwüsteter Planet mit dem letzten
Überlebenden Meglos, der ein Kaktuswesen ist und Tigella, dessen Einwohner vom
feindseligen Dschungel zurückgedrängt wurden und deren Energiequelle, ein
Dodekaeder, die Bevölkerung in zwei Lager gespalten hat: Eines folgt Lexa
(Jacqueline Hill), die den Dodekaeder für ein Gottesgeschenk hält und das
andere besteht aus Wissenschaftlern, die die Energiequelle erforschen und
nutzen. Zusammengehalten werden die Lager durch Zastor (Edward Underdown), der
in seiner Not (die Energiequelle zickt rum) den Doctor um Hilfe bittet. Meglos
will die Energiequelle zurück (sie wurde ursprünglich von seinem Volk
entwickelt) und es gelingt ihm, den Doctor und Romana, die noch mit Reparaturen
an K-9 beschäftigt sind, in einer Zeitschleife zu fangen und mit Hilfe einiger
Weltraumpiraten menschliche Form anzunehmen. Er kann sich schließlich als
Doctor ausgeben und Zugriff zum Dodekaeder erlangen.

Eine recht ungewöhnliche Folge, die einen bei Sichtung des
Kaktus ungewollt zum Lachen bringt. Aber trotzdem schön umgesetzt mit vielen
spannenden Momenten, auch wenn man die fanatisch religiösen Tigellianer schon
in der ersten Folge riechen konnte und es diesmal keine Überraschungen zum
Thema gut und böse gab (mit der kleinen Ausnahme vielleicht, dass Lexa sich am
Ende für Romana opfert). Kleine Anmerkung am Rande: Lexa wird von Jacqueline
Hill gespielt, die vielen als Barbara bekannt sein dürfte, der ersten
Begleiterin des ersten Doctors (jedenfalls, wenn man seine Enkelin Susan außen
vor lässt). In der letzten Szene weist Romana den Doctor übrigens darauf hin,
dass die Timelords mal wieder Hilfe benötigen – die beiden wurden aufgefordert,
nach Gallifrey zurückzukehren.

In „Full Circle“ (4 Einzelepisoden) wollen der Doctor und
Romana eigentlich nach Gallifrey, landen allerdings durch einen Zwischenfall im
sog. „Exo-Space Time-Continuum“ und auf einem Planeten, der definitiv nicht
Gallifrey ist – auch wenn K-9 zunächst anderer Meinung ist. Dort treffen sie
auf eine Zivilisation, die mit ihrem Raumschiff, dem Spaceliner, auf dem
Planeten festsitzt und seit sehr langer Zeit versucht, dieses zu reparieren.
Als Nebel aufzieht, ziehen sich fast alle ins Raumschiff zurück und schließen
die Türen, denn aus den Sümpfen tauchen plötzlich Kreaturen auf, die den
Aufzeichnungen nach feindselig sind. Der Doctor und Romana gehen der Sache auf
den Grund.

Der Auftakt zur sog. „E-Space Trilogie“. Diese und die
folgenden zwei Geschichten sind lose mit einander verbunden. Die Geschichte
selbst hat wieder einige unerwartete Wendungen und der Doctor trägt einiges zur
Aufklärung der wahren Umstände bei. Adric (Matthew Waterhouse), eigentlich noch
ein Kind, hilft dem Doctor und Romana und versteckt sich am Ende der Geschichte
in der TARDIS. Somit hat der Doctor wieder einen neuen Begleiter gefunden, wenn
auch nicht ganz freiwillig. Soweit hat der Doctor auch noch keine Idee, wie er
aus dem E-Space wieder in den normalen Raum kommt.

In „State of Decay“ (4 Einzelepisoden) landen unsere Freunde
auf einem Planeten, der recht wenig Einwohner hat. In dem mittelalterlich
wirkenden Zeitalter gibt es genau ein Dorf, das von drei Vampiren (Lords)
beherrscht wird, die regelmäßig durch ihre Wachen eine Gruppe „Auserwählter“ zu
sich holen lassen – diese sieht man dann nie wieder. Der Doctor entdeckt zudem
eine Gruppe Rebellen, die Zugriff auf alte Gerätschaften haben, die auf ein
früheres technologisch fortgeschrittenes Zeitalter hindeuten (daher der Titel
der Folge). Romana und der Doctor finden schnell heraus, dass der große Plan
der drei Vampire ist, „The Great One“ zu erwecken – eine schon fast
mythologische Figur aus der Geschichte der Timelords, eine Art Über-Vampir
(zudem noch der Anführer seiner durch die Timelords ausgerotteten Rasse). Der
Doctor setzt alles daran, das Werk der Timelords zu beenden.

Uff, Dr. Who und Vampire? Das konnte irgendwie nicht gut
gehen. Sicher, es gab schon ein paar wenige übernatürlich anmutende Folgen, wie
z.B. „Dæmons“, aber dieser Folge konnte ich so gar nichts abgewinnen. Parallel
zu „Dæmons“ erklärt der Doctor, weshalb es auf jedem bewohnten Planeten einen
Vampir-Mythos gibt, aber Über-Vampire, von denen jeder einen ganzen Planeten
„aussaugen“ kann? Eindeutig keine gute Idee für eine Folge. Gestört hat mich
auch, dass der jüngste Zuwachs, Adric, in dieser Folge zu nichts beiträgt: Erst
rennt er ins Dorf, um schließlich „auserwählt“ zu werden. Dann will Romana ihn
aus den Gemächern zweier Vampire retten, wobei man sich natürlich nicht erst um
die Vampire kümmert, sondern dem Jungen ein immer lauteres „wake up“ zuruft –
ratet mal, wer da aufgewacht ist. Als sich die Lage dann zuspitzt und Romana
und Adric in eine brenzlige Situation geraten, sagt er ihr, dass er einen Plan
hat (der natürlich schief geht). Was halbwegs interessant klang, war die
Fähigkeit des Über-Vampirs, zwischen dem E-Space und der normalen Raumzeit
wechseln zu können und Raumschiffe durch Gedankenkontrolle zu entführen – so
landete das große Raumschiff mit den Menschen auf dem Planeten im E-Space und
degenerierte anschließend. Aber aus dieser Idee wurde nix gemacht, denn der
Doctor schießt dem aufwachenden Über-Vampir ein Erkundungsschiff durch sein
riesiges Herz (man sieht übrigens nur eine Hand dieses Über-Vampirs, der Rest
war noch unter der Erde). Somit ist der Doctor keinen Schritt weiter, was die
Rückkehr in die normale Raumzeit angeht.

In „Warrior’s Gate“ (4 Einzelfolgen) landen der Doctor und
seine Begleiter auf der Suche nach einem Ausweg aus dem E-Space in einem
Nullpunkt (quasi auf der Grenze zwischen E-Space und N-Space, letzterer ist der
normale Raum). K-9 und der Doctor bekommen dabei sog. „Timewinds“ ab, wobei
K-9’s Speicherbänke dabei zerschreddert werden. Ein Raumschiff – oder besser:
Sklavenschiff – ist ebenfalls dort gelandet und benutzt die Tharils (eine Art
Löwenmenschen) zur Navigation ihres Warp-Antriebs, naja, jedenfalls einen, die
anderen sind in einer Art Lagerraum gefangen und im künstlichen Tiefschlaf. Der
Tharil kann aber durch die Zeitwinde und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten
(irgendwie können die Tharils hier zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und
her wechseln) entkommen und trifft in der TARDIS ein. Für unsere Freunde heißt es
nun, einen Ausweg zu finden und die Tharils zu befreien.

Eine sehr wirre Episode von der ich nicht wirklich weiß, was
ich halten soll. Einen roten Faden habe ich jedenfalls verpasst, falls es den
gegeben hat. Adric bekommt mal wieder recht wenig zu tun, ist aber am Ende der
einzige, der den Doctor weiter begleitet und mit ihm im normalen Raum landet.
Romana bleibt mit K-9 zurück, um den befreiten Tharils beizustehen, die einen
Timelord benötigen und K-9 wurde mit Teilen aus diesem Raum repariert – würde er
ins normale Raumzeitgefüge zurückkehren, bekäme ihm das nicht gut (in
Anbetracht der Tatsache, dass er schon öfter kaputt war, ist das allerdings
eine schwache Ausrede, um K-9 aus der Serie zu schreiben). Kleine Anmerkung:
Die Schauspielerin der Romana, Lalla Ward, heiratete kurz nach der letzten
Klappe ihren Doctor (im Dezember 1980). Die Ehe hielt allerdings weniger als
zwei Jahre.

In der nächsten Folge, „The Keeper of Traken“ (4
Einzelepisoden), bittet der Keeper/Beschützer von Traken den Doctor, einen
Abstecher auf seinen Planeten zu machen. Obwohl Traken für seine
Friedfertigkeit und Harmonie bekannt ist, droht dort böses zu geschehen. Als
der Doctor und Adric eintreffen, ist der hohe Rat des Planeten auch schon mit
einem Mord beschäftigt und will dies auch gleich den Neuankömmlingen anhängen.
Der Doctor hat mal wieder alle Hände voll zu tun und weiß bis zur letzten
Episode auch nicht, gegen wen er eigentlich spielt.

Der Master ist zurück! Als wir ihn das erste Mal sehen,
sieht er noch nicht sehr gesund aus (er hat bereits zwölfmal regeneriert, sieht
aber besser aus als in der letzten Folge, die ihm vergönnt war). Und die
Abschluss-Sequenz zeigt, dass er dem Limit von zwölf Regenerationen wohl
entkommen ist und sich in einen neuen Körper einnisten konnte. In dieser Folge
zeigt Adric auch erstmals (zuvor habe ich den Charakter immer kritisiert), dass
er doch zu etwas fähig ist und nicht nur Probleme verursacht. Ohne ihn hätte
der Doctor ziemlich alt ausgesehen. Alles in allem eine der besseren Folgen der
18. Staffel.
Hier noch ein Bild vom Master (gespielt von Geoffrey Beavers) bevor er die Form
von Tremas (Anthony Ainley) annimmt:

Die letzte Folge der 18. Staffel und der Abschied von Tom
Baker heißt „Logopolis“ (4 Einzelepisoden). Der Doctor widmet sich dort
zunächst der Reparatur seines Chamäleon-Gerätes, das schon seit der ersten
Episode von Dr. Who nicht funktioniert und die TARDIS immer wie die blaue
Polizeibox aussehen lässt. Als er mit Adric auf der Erde landet, um die Maße
einer gewöhnlichen Polizeibox zu bestimmen, bemerken beide, dass etwas nicht
stimmt. Die Alarmglocken der TARDIS fangen an zu läuten und beide müssen
erkennen, dass der Master mit seiner TARDIS in der Nähe ist. Auf Logopolis
erhofft sich der Doctor Hilfe für die Reparatur, denn dort arbeiten
Mathematiker sehr effektiv an hochkomplizierten Aufgaben, die – wie sich später
herausstellt, als der Master eingegriffen hat – sogar das Universum zusammen
halten. Als der Master die Mathematiker zur Pause zwingt, droht das ganze
Universum zu zerfallen. Die einzige Möglichkeit zur Rettung besteht nun darin,
dass Doctor und Master zusammenarbeiten – aber kann man dem Master wirklich
trauen?

Eine schöne Episode zum Abschluss der Tom Baker Ära. Tegan
(Janet Fielding), eine angehende Stewardess, stößt zum Team dazu und Nyssa (Sarah
Sutton) aus der letzten Geschichte verstärkt das Team zusätzlich. Der Master (Anthony
Ainley) zeigt mal wieder, wie egal ihm andere Lebewesen sind – in dieser Geschichte
ist er sogar für den Tod von Milliarden verantwortlich, da durch seine Schuld
ganze Planetensysteme (u.a. Traken) ausradiert werden. Er kann zum Schluss auch
wieder entkommen, während der Doctor in den Tod stürzt. Dabei sieht der Doctor
zunächst die großen Bösewichte, die ihm in seiner vierten Form Probleme
bereiteten und anschließend seine ganzen Begleiter der letzten sieben Jahre.
Ein recht rührender Moment. Dann setzt die Regeneration ein und Peter Davison
übernimmt als fünfter Doctor das Ruder.

Tom Baker’s Doctor sollte für lange Zeit der beliebteste
Doctor sein. Erst David Tennant machte ihm diesen Titel streitig. Stets einen
spaßigen Spruch auf den Lippen und mit dem überlangen Schal machte der vierte
Doctor einen lustigen aber auch sympathischen Eindruck beim Zuschauer. Seine
Handlungsweise ist weit weniger vorausschaubar als bei seinen Vorgängern, er
wirkt manchmal recht chaotisch und besonders Romana wirft ihm dieses Verhalten
oft vor. Aber – wie sagt man doch gleich – er hat die Herzen am rechten Fleck,
stellt seine Entscheidungen selber in Frage, wenn es z.B. um die Zerstörung der
Daleks geht („if I destroy them, I’m not any better than a Dalek“) und
bezeichnet seine Begleiter als seine besten Freunde. Bisher der sympathischste
Doctor in meinen Augen.

Die Geschichten seiner sieben Staffeln waren sehr
abwechslungsreich, es wurden wieder alte und neue Bösewichte behandelt. Anfangs
gab es einige recht brutale Geschichten und fürchterliche Monster (zugegeben,
aus heutiger Sicht wirkt da vieles eher lächerlich, aber das ist wohl bei jeder
alten Serie so). Mit der Einführung von K-9 wurde es aber wieder
kinderfreundlicher. Als schlechteste Staffel würde ich die 18. bezeichnen, wo
man schon die Eingriffe des neuen Produzenten bemerkt und die Geschichten
teilweise nicht sehr stimmig waren. Die letzten beiden Abenteuer haben da aber
wieder einiges gut gemacht.

Danke an Clive77 für die Erlaubnis der Veröffentlichung. Originalpost bei Bereitsgesehen.de

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