Doctor Who: Ein Review – Teil 9: Christopher Eccleston by Clive77

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Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich angefangen, mir
sämtliche ausgestrahlten Folgen der Serie „Doctor Who“ anzusehen und vor kurzem
bin ich mit den alten acht Doctoren fertig geworden. In der Zwischenzeit habe
ich natürlich vieles vom Neustart der Serie in 2005, die ich zeitnah Staffel
für Staffel verfolgt habe, wieder vergessen – so dass ich nun konsequent
chronologisch weitermache, um auch die neuen Doctoren mit jeweils einem
Artikelchen zu beehren.

Hier geht es nun um den neunten Doctor, gespielt von
Christopher Eccleston, der lediglich eine Staffel lang die Rolle übernahm.
Abgesehen von Paul McGann ist das die kürzeste Zeit, die ein Schauspieler dem
Doctor auf der Mattscheibe gewidmet hat. Eccleston hatte ursprünglich geplant,
den Doctor für zwei bis drei weitere Jahre zu spielen, hatte aber wohl Probleme
mit seiner Arbeitsumgebung, insbesondere mit dem Management. Somit war für ihn
nach einer Staffel Schluss, aber er kann nach wie vor stolz auf seine Leistung
sein, denn der Neustart von Doctor Who am 26.03.2005 (gut neun Jahre nach dem
letzten Versuch in Form des Films von 1996) ist geglückt und ein Ende ist
derzeit nicht abzusehen.

Die erste Folge der 27. bzw. der ersten Staffel trägt den
Titel „Rose“. Das Serienformat wurde gegenüber der alten Serie geändert, denn
es gibt nun pro Staffel 13 Folgen mit je 45 Minuten Laufzeit – das gängige
Serienformat eben. Ich werde weiterhin die englischen Titel der Folgen angeben
und die Staffeln spaßeshalber so weiterzählen, als wenn der Neustart zur alten
Serie gehört (im Grunde genommen ist das schließlich auch der Fall).

In „Rose“ treffen wir auf Rose Tyler (Billie Piper), lernen
ihre Mutter Jackie (Camille Coduri) und ihren Freund Mickey (Noel Clarke)
kennen und beobachten, wie sie plötzlich von Schaufensterpuppen auch bekannt
als Autons verfolgt wird. Ein mysteriöser Mann, der sich selbst als „The
Doctor“ bezeichnet, kommt ihr zu Hilfe. Als sie ein zweites Mal auf ihn trifft
– diesmal im eigenen Heim – und er ihr keine zufriedenstellenden Antworten zum
Geschehen gibt und mitsamt einer blauen Telefonzelle wieder verschwindet,
stellt sie zusammen mit Mickey Nachforschungen an und findet die Homepage von Clive
(Mark Benton):
http://www.whoisdoctorwho.co.uk/index1.shtml
Kurze Zeit später, Mickey wurde bereits (unbemerkt von Rose)
durch eine Plastikversion ersetzt, trifft sie erneut auf den Doctor, der
diesmal etwas erklärfreudiger ist. Es gilt, die „Nestene Consciousness“ zu
finden, die für die lebendig gewordenen Plastikfiguren verantwortlich ist und
deren Sender abzuschalten. Sollte das nicht gelingen, werden die Menschen als
Futter für die Invasoren dienen.

Ein fast perfekter Auftakt der neuen (alten) Serie. Russell
T. Davies gelingt es hier nicht nur, den neuen Doctor und seine neue
Begleiterin sehr gut einzuführen. Er liefert auch den älteren Fans der Serie
mit den Autons und der Nestene Consciousness (erstmals beim dritten Doctor in
„Spearhead from Space“ (1970) in Erscheinung getreten) einen Leckerbissen und
bringt den Sonic Screwdriver des Doctors zurück – ein Gimmick, das der Serie
lang fern geblieben war (der berühmte Schraubenzieher kam zwar schon beim
zweiten Doctor (Patrick Troughton) erstmals vor, wurde in einer Folge des
fünften Doctors (Peter Davison) aber zerstört). Kleinere Schwachstellen finden
sich aber auch, so begutachtet der Doctor kurz sein Gesicht erstaunt im Spiegel
als er bei Rose zu Hause vorbeischaut, woraus man schließen kann, dass die
letzte Regeneration noch nicht lange her ist. Bei Clive gibt es dann aber Fotos
zu sehen, die den Doctor gleich bei drei unterschiedlichen geschichtlichen
Ereignissen zeigen – im jetzigen Aussehen. Hatte er bei diesen Ereignissen
keine Zeit, sich im Spiegel zu betrachten? Und wieso stellt man eine leere
Mülltonne an die Straße? Aber solche Kleinigkeiten lassen sich auch schnell
übersehen und kratzen höchstens an der Oberfläche der sonst überzeugenden Folge
die sowohl für Neueinsteiger als auch Fans des Originals prächtig funktioniert.
Es gibt übrigens auch schon einen Hinweis auf den „Time War“ als der Doctor mit
der Nestene verhandelt, deren Heimatplanet den Krieg nicht überlebt hat.
Außerdem wird auch die „Shadow Proclamation“ erstmals erwähnt.

In „The End of the World“ will der Doctor seine neue
Begleiterin beeindrucken. Die beiden landen schließlich fünf Milliarden Jahre
in der Zukunft. Die Sonne ist dabei, sich auszudehnen und zum Roten Riesen zu
werden, was das Ende der Erde bedeutet. Auf „Platform One“, wo auch der Doctor
und Rose mit der TARDIS landen, wurden reiche Außerirdische eingeladen, um dem
Spektakel beizuwohnen. Darunter ist auch Cassandra, die sich selbst als letzten
Menschen bezeichnet, aber nur aus einem großen Fetzen Haut mit Gesicht besteht.
Als die Station sabotiert wird, wird die Lage für alle Teilnehmer brenzlig. Der
Doctor versucht, der Lage Herr zu werden und den Missetäter zu finden.

Während die Rahmenhandlung um die Sabotage der Station recht
durchschnittlich wirkt und in der ein oder anderen Form schon in zig Serien
vorgekommen sein dürfte, sind es die vielen kleinen Szenen, die die Folge
beeindruckend gestalten. Dabei wechseln sich ernste und lustige Szenen ab und
die CGI-Abteilung dürfte alle Hände voll zu tun gehabt haben – so viele
Spezialeffekte in einer Folge gab es vorher wohl noch nie.

Zu besagten kleinen Dingen gehört so einiges: Der Zuschauer
wird darüber informiert, dass Gallifrey im Krieg zerstört und alle Timelords
mit Ausnahme des Doctors vernichtet wurden (was dem Doctor sogar ein paar
Tränen über die Wangen kullern lässt). Das lässt schon mal aufhorchen in Bezug
auf die Lücke zwischen der alten und der neuen Serie. Ein neues Gadget des
Doctors, der Universalausweis, kommt zum Einsatz. Das Face of Boe, Gastgeber
der Veranstaltung, hat seinen ersten Gastauftritt und bekommt im Gespräch mit
dem Moxx von Balhoon etwas von einem „Bad Wolf“-Szenario berichtet (ein erstes
Indiz für die staffelübergreifende Geschichte, die in weiteren Folgen noch
etabliert wird). Kurz auflachen konnte man bei der Vorführung des iPod (eine
klassische Musikbox) oder der Michael Jackson Referenz von Rose in Bezug auf
Cassandra (ob sie wohl mit 708 Schönheitsoperationen vorne liegt?) und an
vielen anderen Stellen. Es wird übrigens auch eine Erklärung dafür gegeben,
weshalb alle Außerirdischen der Serie englisch sprechen: Sie tun es nicht. Die
TARDIS beeinflusst alle Begleiter des Doctors und lässt es nur so wirken als
wenn alle englisch reden (der vierte Doctor (Tom Baker) nannte es damals in
„The Masque of Mandragora“ ein „Time Lord gift“, als Sarah Jane (Elisabeth
Sladen) ihn fragt, weshalb sie italienisch des 15. Jahrhunderts verstehen
kann). Ach, und es war bereits das vierte Mal, dass die Erde gebraten bzw.
angebraten wurde. In „The Ark“ (1966), „The Ark in Space“ (1975) und
„Mysterious Planet“ (1986) wurde das gleiche oder ein ähnliches Schicksal
erwähnt – mit unterschiedlichen Zeitangaben, die vom 30. Jahrhundert bis 10
Millionen Jahre in der Zukunft variieren und nun auf 5 Milliarden Jahre erhöht
wurden.

Was man hier auch schonmal bemerken kann: Der neunte Doctor
hat eine deutlich andere Persönlichkeit als seine älteren Vorgänger. Es ist
nicht wirklich einfach, das genau zu beschreiben. Im Grunde genommen wirkt er
viel menschlicher und emotionaler. Besonders deutlich wird das in der Szene,
die ihm Tränen abverlangt und auch am Ende der Folge als er Cassandra ohne mit
der Wimper zu zucken sterben lässt (obwohl Rose etwas Mitleid zeigt). Dennoch hat er seinen Humor nicht
verloren („I give you in return air from my lungs“ – „How… intimate.“ –
„There’s more were that came from.“ :) ).

In „The Unquiet Dead“ geht es in die Vergangenheit ins Jahr
1869 nach Cardiff, obwohl das nicht das eigentliche Ziel war (Neapel 1860 war
vom Doctor anvisiert). Ein Bestattungsunternehmen hat dort Probleme mit der
toten Kundschaft, die plötzlich die Augen aufschlägt und von dannen marschiert.
Im örtlichen Theater hat gerade ein gewisser Charles Dickens, der des Lebens
müde geworden scheint, einen Auftritt und gibt eine seiner Geschichten zum
Besten als eine der vermeintlich Toten ihm die Show stiehlt. Der Doctor und
Rose sind gleich mitten im Geschehen und auch Charles Dickens landet im Haus
von Sneed, dem Bestattungsunternehmer, von dessen Heim und Arbeitsstätte die
merkwürdigen „Zombies“ ihren Ursprung zu nehmen scheinen. Der Doctor erkennt
schnell, dass gasförmige Wesen aus einem „Time Rift“ (einem Spalt in der
Raumzeit) die Ursache des Ganzen sind und will diesen Wesen, den Gelth, helfen.
Das Hausmädchen Gwyneth (Eve Myles), die quasi über diesem Spalt aufwuchs,
erweist sich als Medium und hat die Möglichkeit, den Gelth einen Weg in diese
Welt zu ebnen. Aber kann man den Gelth wirklich trauen?

Auch Mark Gatiss beweist in dieser Folge, dass er gute
Geschichten für Dr. Who schreiben kann. Das unheimliche Abenteuer (es gab dazu
Beschwerden von einigen Eltern-Organisationen, die die Folge für Kinder
ungeeignet fanden) beeindruckt jedenfalls mit einer guten Geschichte und
liefert zusätzlich einiges an Informationen über die teilnehmenden Charaktere.
Der Doctor liefert erstmals den Begriff des „Time War“ wortwörtlich. Außerdem
gibt seine Wegbeschreibung zur Garderobe (wo Rose sich umkleiden soll, um in
der viktorianischen Zeit nicht aufzufallen) einen Hinweis darauf, dass die
TARDIS immer noch ziemlich groß ist. Die Szene, in der Rose von Gwyneth
„gelesen“ wird, liefert mit dem „big bad wolf“ nicht nur ein neues Puzzle-Teil zur
Staffelgeschichte, sondern lässt unsere Gegenwart mit der Vergangenheit auf
einander prallen – „all those people rushing about…half-naked…a
shame…“, einfach großartig. Charles Dickens (Simon Callow) ist nebenbei
bemerkt der Charakter, der dem Doctor und Rose am Ende das Leben rettet. Was
ihn erst als übernatürlich aus der Fassung wirft (lebende Tote, die Gelth als
Gaswesen), öffnet am Ende neue Inspiration und Lebenswillen für die Figur. Das
wird leider etwas betrübt durch seine weitere kurze Lebensdauer und ein Werk,
das Dickens selbst niemals vollendet hat. Aber dieser Nebencharakter liefert
der Folge das Salz in der Suppe – ich sage nur „What the Dickens? ähm,
Shakespeare?“. Dann ist da natürlich noch Gwyneth, die ein tragisches Ende in
der Folge nimmt, aber immerhin den Riss verschließen kann. Für die
Schauspielerin Eve Myles sollte sich der erste Kontakt mit Dr. Who als Erfolg
erweisen. Sie spielt/e Gwen in dem Spin-off „Torchwood“, das genau diesen Spalt
in der Raumzeit als Aufhänger hat.

In der Doppelfolge „Aliens in London“ und „World War Three“
landen – wie der erste Titel schon sagt – Aliens in London. Der Aufruhr ist
groß, denn die Außerirdischen haben eine Bruchlandung in der Themse hingelegt
und dabei Big Ben beschädigt. Diese Ablenkung eines möglichen ersten Kontakts
der Menschheit mit Aliens kommt dem Doctor gerade recht. Eigentlich wollte er
Rose 12 Stunden nach ihrer Abreise wieder zurückbringen, daraus sind nun 12
Monate geworden. Ihre Mutter Jackie hat in diesem Jahr verzweifelt nach ihrer
Tochter gesucht und ihr Freund Mickey wurde schon des Mordes an ihr verdächtigt
(und hat die Arbeit von Clive weitergeführt: http://www.whoisdoctorwho.co.uk/
). Beide sind daher auf den Doctor nicht gut zu sprechen. Aber ehe sich die
vier versehen, sind sie mitten im nächsten Abenteuer: Die Bruchlandung entpuppt
sich als Teil einer Falle der Slitheens, die bereits politische und
militärische Schlüsselfiguren in England kontrollieren bzw. deren Form
angenommen haben. Diese wollen den dritten Weltkrieg mit Atomwaffen
herbeiführen, um den zerstörten Planeten anschließend stückchenweise zu
verkaufen (scheinbar nutzen viele Raumkreuzer radioaktiv verstrahltes Material
als Antrieb). Der Doctor muss das natürlich verhindern und nebenbei noch die
Konflikte mit Jackie und Mickey in Angriff nehmen.

Furzende Aliens, die lieber nackt durch die Gegend laufen
und riesige Kulleraugen haben? Mir wären Wesen in Form von aufrecht gehenden
Schweinen wie der Pilot des Raumschiffs fast lieber gewesen. Aber gut, was die
Slitheens an Unförmigkeit und körperlichen Makeln haben, wird durch den fast
erfolgreich ausgeführten Plan wieder etwas wett gemacht. Auch wenn sich die
Doppelfolge etwas lang anfühlt, wurde die Geschichte ganz gut umgesetzt. London
tut mir allmählich etwas leid. Bin schon gespannt, welche Gebäude als nächstes
für einen Angriff missbraucht oder zerstört werden. Der Held der Geschichte ist
auf jeden Fall der Doctor, der sich sowohl an der Alienfront wie auch gegenüber
Jackie und Mickey gut schlägt. Am Ende sind jedenfalls alle Konflikte (vorerst)
gelöst, auch wenn Jackie und Mickey nicht sehr begeistert davon sind, dass Rose
weiter mit dem Doctor durch die Gegend reist.

Erwähnt werden sollte noch der Schriftzug „Bad Wolf“, den
der Doctor von einem Jungen an die TARDIS gemalt bekommt (gleicher Junge darf
hinterher auch die Worte wieder wegwaschen) und diesmal deutlicher auffällt.
Deutlicher jedenfalls als der Begriff „Mal Loup“, der der Entscheidung der UN
zur Herausgabe der Codes gegeben wurde und sich schlecht übersetzt ebenfalls
als „Bad Wolf“ offenbart. Ferner kommt UNIT vor, eine Organisation, die
erstmals in „The Web of Fear“ (1968 ) vorgestellt wurde und die den dritten
Doctor lange Zeit als Berater angestellt hatte. Torchwood-Fans dürfte außerdem
Dr. Toshiko Sato (Naoko Mori) aufgefallen sein, die in dieser Folge den „außerirdischen“
Piloten untersucht hat.

In „Dalek“ landen der Doctor und Rose im Jahre 2012 in Utah
in einer riesigen unterirdischen Anlage, einem Notruf folgend. Dort sammelt
Henry van Statten außerirdische Artefakte, von denen der Doctor und Rose auch
gleich einige begutachten können (ein Slitheen-Arm und der Kopf eines Cyberman
seien an dieser Stelle genannt). Die beiden werden auch gleich von einem
bewaffneten Empfangskomitee zu van Statten geführt. Dieser zeigt dem Doctor
sein neuestes Artefakt, einen Dalek, der stark beschädigt den Time War überlebt
hat und die Quelle des Hilferufs ist. Der Doctor ist entsetzt und versucht, den
Dalek zu zerstören, wird aber von van Statten daran gehindert und anschließend
– ähnlich dem Dalek – gefoltert. Die Warnungen des Doctors werden ignoriert und
durch Kontakt mit Rose kann der Dalek sich schließlich regenerieren und droht
zu entkommen und seine Mission (alles, was kein Dalek ist, muss
getötet/exterminiert werden) fortzusetzen.

Wow, eine spannende Folge, die einiges an Überraschungen
bietet und auch Informationen über den Time War hergibt. Aber eins nach dem
anderen. Der Doctor macht geradezu einen besessenen Eindruck, wenn es darum
geht, den Dalek zu zerstören und genau dieser bemerkt auch, dass der Doctor aus
dieser Sicht einen guten Dalek abgeben würde. Erst als Rose ihm am Ende einen Spiegel vor die
Augen hält („That thing killed hundreds of people” – „it’s not the one pointing
the gun at me.“
und später: „… and you, Doctor, what are you changing into?” ). Einen
ebenfalls besessenen Eindruck macht Henry van Statten, der über Leichen geht,
um sein neuestes Ausstellungsstück unversehrt wieder einzufangen. Die Strafe,
die er am Ende bekommt, hat er sich jedenfalls verdient, der „Besitzer des
Internets“. Rose und ihre neue Bekanntschaft Adam (Bruno Langley), scheinen die
einzigen normalen Charaktere zu sein. Als sie den Dalek berührt, kann dieser
sich regenerieren, aber hat auch ihre DNA mit aufgenommen und verändert sich.
Waren bis auf Hass alle Emotionen vorher entfernt, so beginnt der Dalek
allmählich, Gefühle zu zeigen. Erstmals als er Rose in der Falle hat und sie
nicht gleich exterminiert und zuletzt natürlich am Ende der Folge, als er sich
schließlich selbst zerstört.

Der Time War wird übrigens als „The last great time war“
bezeichnet. Alle Daleks und Timelords wurden vernichtet, nur der Doctor und
dieser eine Dalek überlebten (bisher jedenfalls, wer weiß, da wird bestimmt
noch was kommen). Über das wie gibt es allerdings keine Informationen,
zumindest nicht in Bezug auf den Doctor. Man kann ahnen, dass der Doctor für
den Ausgang verantwortlich ist. Er selbst sagt, er hätte keine Wahl gehabt.
Ach, und der „Bad Wolf“ versteckte sich diesmal am Anfang der Folge, als der
Hubschrauberpilot bei der Landung ein doppeltes „Bad Wolf One descending“ von
sich gibt. Am Ende hat die TARDIS auch ein neues Besatzungsmitglied in Form von
Adam.

In „The Long Game“ landen der Doctor, Rose und Adam auf
einer Raumstation im Erdorbit im Jahre 200.000. Für Adam der Kulturschock
schlechthin, er bricht kurzzeitig zusammen. Die drei schauen sich um und
sammeln Informationen. Der Doctor, der diese Periode als einen Höhepunkt der
Menschheit in Erinnerung hat, wittert bereits, dass es nicht mit rechten Dingen
zugeht. Anfängliche Verwunderung über das Fehlen von Außerirdischen auf der
Station machen ihn skeptisch und zusammen mit Rose geht er den Merkwürdigkeiten
nach, während Adam eine Pause auf dem Observation-Deck einlegt. Das Problem
scheint von Etage 500 zu kommen, zu der gelegentlich Leute befördert und nie
wieder gesehen werden. Während Adam sich das zukünftige Wissen langsam aber
sicher zu nutzen macht und sich sogar operieren lässt, damit er alles aufnehmen
und dank Roses Handy in die Gegenwart übertragen kann, sehen sich der Doctor
und Rose auf Etage 500 dem „Jagrafess“ gegenüber, der den Fortschritt der
Menschheit mittels Nachrichtenübertragungen gestoppt hat.

Eine Folge, die man wahrlich als typisch Dr. Who einordnen
kann und etwas trashig daher kommt. Es wird aber die interessante Frage
aufgeworfen, inwieweit sich der Durchschnittsbürger von den Nachrichten
kontrollieren lässt. Der Editor (Simon Pegg) auf Etage 500 bringt das
wundervoll zum Ausdruck: Einfache Worte können jedwede Nachricht positiv oder
negativ beeinflussen und die Ansicht der Menschen ändern. Als einfaches
Beispiel außerhalb der Geschehnisse der Serie würde ich dort die Begriffe
„Killerspiel“ und „1st Person Shooter“ nennen. Während der zweite Begriff eine
neutrale Aussage über ein Genre von Computerspielen gibt, in dem man aus der
Ich-Perspektive auf Gegner schießt, wird beim ersten impliziert, dass das
„Spiel“ für „Killer“ gemacht ist – durch den Begriff wird also gleichzeitig
eine Wertung vorgenommen, die den Spieler zum Killer erklärt. Tut mir leid,
wenn ich hier kurz in eine gänzlich andere Thematik abdrifte, aber als Beispiel
war das perfekt.

Aber zurück zur Folge. Der „Bad Wolf“ wurde kurz mit der
Nachricht, dass das „Face of Boe“ schwanger ist („Again?“, fragt der Doctor),
erwähnt (Bad Wolf TV) und Adam hat sich als ein Problem für den Doctor
herausgestellt. Zugegeben, unsereins hätte wahrscheinlich ähnlich gehandelt und
versucht, alles an Wissen zu sammeln und in die Gegenwart zu befördern, aber
für den Doctor ist das natürlich inakzeptabel: Zukünftiges Wissen würde den
Verlauf der Geschichte verändern und mehr Probleme verursachen als lösen, da
kann man getrost auf die Folge „The Time Meddler“ (1964) verweisen, in der ein
als Mönch getarnter Timelord ähnliche Absichten hat. Jedenfalls eine gute
Folge, die etwas zum Nachdenken anregt und abermals aus der Feder von Russell
T. Davies stammt (die Vorfolge, „Dalek“, wurde übrigens von Robert Shearman
geschrieben, hatte ich an der Stelle oben vergessen zu erwähnen).

In „Father’s Day“ möchte Rose ihren Vater wiedersehen, der
bei einem Autounfall ums Leben kam als sie noch ein Baby war. Nachdem sie
zusammen mit dem Doctor bei der Eheschließung ihrer Eltern dabei war, bittet
sie, zum Todestag ihres Vaters zu reisen, damit er „nicht alleine sterben
muss“. Die beiden werden Zeuge des Unfalls, aber Rose kann sich nicht
überwinden, in den letzten Momenten ihrem Vater beizustehen, bevor er tödlich
angefahren auf der Straße stirbt. Sie bittet den Doctor um einen zweiten
Versuch und als sie erneut den Ort des Unfalls aufsuchen (hinter den eigenen
Ichs von kurz vorher), rennt Rose plötzlich los und rettet ihrem Vater das
Leben. Damit verursacht sie natürlich ein riesiges Paradoxon, was recht bizarre
Folgen in der Episode hat.

Da ist sie nun, die erste Folge dieser Staffel (und
ebenfalls aus der Feder von Russell T. Davies), mit der ich mich überhaupt
nicht anfreunden kann. Der erste störende Punkt ist die Nachsicht, die der
Doctor für Rose aufbringt. Hätte Adam nicht ebenfalls in der letzten Folge eine
zweite Chance verdient gehabt? Aber nein, Adam wurde zu Hause abgesetzt,
während Rose hier einen schwerwiegenden Fehler nach dem nächsten („don’t touch
the baby“) begehen darf und am Ende in der TARDIS bleibt. Dann kommt natürlich
noch das Paradoxon hinzu, wobei man da gar nicht weiß, wo man anfangen soll.
Als Rose ihren Vater rettet, verschwinden die vorher nur beobachtenden Ichs vom
Doctor und Rose. Warum und wohin? Und wieso hat das keine Auswirkungen auf die
anderen beiden? Dann tauchen die fliegenden Reaper auf, die sich angeblich
darum kümmern, dass solche Paradoxa unter Kontrolle bleiben. Aber statt
ausschließlich der Ursache (Roses Vater Pete) nachzugehen, werden wahllos Leute
geschnappt und „ausgelöscht“ – bleiben diese Leute eigentlich nach der
Auflösung der Geschichte weiterhin verschwunden? Vielleicht nicht, denn der
Doctor ist ja auch plötzlich wieder aufgetaucht. Trotzdem wirkt das alles nicht
richtig, vor allem nicht die Art und Weise wie Pete letzten Endes stirbt. Denn
die Vergangenheit wurde doch trotzdem grundlegend verändert, Jackie weiß z.B.
von der zeitreisenden Rose und dem Doctor – somit hätte sie beim ersten Treffen
in der ersten Folge dieser Staffel ganz anders reagieren müssen. Ach, da tut der
Kopf wieder weh…

Der „Bad Wolf“ hat sich diesmal recht gut versteckt (man
beachte das Poster unten links):

In der Doppelfolge „The Empty Child“ und „The Doctor Dances“
jagt der Doctor anfangs mit der TARDIS einem als gefährlich markierten
Metallzylinder hinterher, der ihn und Rose nach London ins Jahr 1941 und mitten
in den zweiten Weltkrieg führt. Auf der Suche nach dem Zylinder treffen sie
immer wieder auf ein Kind mit Gasmaske, das nach seiner Mutter sucht und durch
Berührung mit anderen Personen eine Verwandlung auslöst: Alle, die mit dem Jungen
in Kontakt kommen, verwandeln sich in Gasmaskenträger, haben die gleichen
Verletzungen wie der kleine Junge und suchen ebenfalls nach ihrer bzw. seiner
Mutter. Rose trifft außerdem auf Captain Jack Harkness (John Barrowman), der
sich als ein Zeitreisender entpuppt und dessen Auftritt irgendwie mit dem
Metallzylinder zusammenzuhängen scheint.

Wow, Hut ab vor Steven Moffat, der hier eine großartige
Geschichte abgeliefert hat. Stimmig, unheimlich, humorvoll und schräg, so muss
eine Dr. Who Folge aussehen. Kein Wunder, dass die Doppelfolge 2006 den Hugo
Award bekam. Außerdem der erste Auftritt von Captain Jack Harkness, der als
Betrüger eigentlich ein paar Time Agents ausnehmen wollte (die wurden übrigens
schon mal in „The Talons of Weng-Chiang“ (1977) erwähnt und stammen genau wie
Jack aus dem 51. Jahrhundert), stattdessen aber den Doctor und Rose antrifft.
Doch Jack entpuppt sich trotz seiner Tätigkeit als con man als guter,
geradezu heldenhafter Charakter, der sogar sein Leben für seinen Fehler mit dem
Metallzylinder aufs Spiel setzt. Jack betritt am Ende die TARDIS und bleibt bis
zum Staffelende mit an Bord. Ein weiteres Augenzwinkern in Richtung
Langzeit-Fans war übrigens der Name „Dr. John Smith“, den Rose am Anfang auf
dem Universalausweis des Doctors liest – „John Smith“ wurde schon in „The
Wheel in Space“ (1968) als Alias für den Doctor verwendet.

Der „Bad Wolf“ war diesmal noch schwieriger auszumachen. Ein
genauer Blick auf die deutsche Bombe, die Jack am Ende reitet, zeigt den
Schriftzug „Schlechter Wolf“ – ob für diese Übersetzungen wohl jedes Mal der
Google-Translator herhalten musste?

In „Boom Town“ geht es zurück in die Gegenwart, wo der
Doctor, Jack und Rose zusammen mit Mickey ein gemütliches Beisammensein haben
als der Doctor ein Bild in einer Zeitung entdeckt, dass die menschliche Gestalt
einer Slitheen aus „Aliens in London“ zeigt. Der Plan der einzig Überlebenden,
die sich vor der Explosion in „World War Three“ aus 10 Downing Street
herausteleportieren konnte, ist es mit Hilfe eines Atomkraftwerks auf dem
versiegelten Riss in Cardiff eine gigantische Explosion auszulösen und sich auf
einer Art Surfboard weg von der Erde und zu den restlichen verstreuten
Mitgliedern der Slitheen-Familie zu befördern, denen auf dem Heimatplaneten
allerdings die Todesstrafe droht. Der Doctor kann mit seinen drei Gefährten die
Bedrohung schnell abwenden und die Slitheen gefangen nehmen. Wird er sie an den
Heimatplaneten ausliefern, was ihren sicheren Tod bedeutet oder Gnade walten
lassen?

Naja, eine mittelprächtige Folge, die den Fokus auf die Moral
der Charaktere legt. So bestimmen persönliche Gespräche den größten
Handlungsverlauf. Während Rose erfahren muss, dass Mickey ein Auge auf eine
ihrer Freundinnen geworfen hat (wer will auch schon so lange auf eine Rückkehr
seiner Freundin warten?), spricht die Slitheen dem Doctor ins Gewissen als sie
um eine Henkersmahlzeit bittet. Einzig Jack wird von persönlichen Gesprächen
verschont und werkelt am Surfboard und der TARDIS rum (was genau macht er dort
eigentlich?). Als sich die Lage zuspitzt, weil die TARDIS den Riss erneut zu
öffnen droht (Plan B der Slitheen), entpuppt sich die TARDIS als durchaus
lebendig (wie schon in „The Edge of Destruction“ (1964) angedeutet) und
transformiert die Slitheen zurück in ein Ei, als diese einen Blick auf das
Innere bzw. die „Seele“ der TARDIS wirft. Der Doctor entkommt damit seinem
moralischen Dilemma und kann das Ei in einer anderen Familie des Planeten
unterbringen. Für Rose hingegen scheint Mickey verloren zu sein, aber sie
blickt nach vorne, einem neuen Abenteuer mit dem Doctor und Jack entgegen.

Der „Bad Wolf“, den der Doctor in dieser Folge bemerkt, wird
als Zufall abgetan. Passend dazu und ein Beweis dafür, dass die ganzen
Auftritte dieses Begriffs kein Zufall waren, ist die nächste Folge betitelt
mit…

…“Bad Wolf“, dem ersten von zwei Teilen des 27.
Staffelfinales. Teil zwei trägt den Namen „The Parting of the Ways“. Nachdem
das Ei auf dem Heimatplaneten der Slitheen einer anderen Familie untergejubelt
wurde, führt das nächste Abenteuer abermals auf die Raumstation aus „The Long
Game“ – nur eben 100 Jahre später. Aber das wissen der Doctor, Jack und Rose
vorerst noch nicht. Sie wachen getrennt von einander auf, haben
Erinnerungsprobleme und müssen an diversen Spielen teilnehmen, wobei sich
schnell herausstellt, dass die Verlierer (scheinbar) eliminiert werden. Während
Jack mit zwei weiblichen Androiden What Not to Wear spielt und Rose in The
Weakest Link
gewinnen muss, darf der Doctor an Big Brother
teilnehmen. Während der Doctor und Jack ihren Spielchen entkommen können, hat
Rose weniger Glück und wird von „Anne Droid“ (scheinbar) erschossen, kurz bevor
der Doctor und Jack sie retten können. Es stellt sich heraus, dass der
Nachrichtenstopp vor 100 Jahren für den Stillstand der Menschheit
verantwortlich ist und die „Bad Wolf Corporation“ die Spiele leitet. Aber wer
genau ist das? Und steckte sie auch hinter dem Jagrafess 100 Jahre zuvor? Auf
der berüchtigten 500. Etage gibt es Antworten: Rose ist nicht tot, sondern
wurde in den scheinbar leeren Raum teleportiert. Nachdem der Doctor einen
Tarnmechanismus außer Kraft setzt, bekommt der Zuschauer eine riesige Flotte
von Dalek-Raumschiffen zu sehen, eine Invasionsflotte, die vom Anführer der
Daleks (war das nicht eigentlich Davros?) mit Hilfe von (entführten) Menschen
(er musste auf menschliches „Material“ zurückgreifen, um Daleks zu bauen) über
Jahrhunderte hinweg erschaffen wurde. Nun heißt es, Rose und die Erde vor den
Daleks zu retten und die Daleks ein für allemal ins Jenseits zu befördern. Aber
wie?

Was in „Bad Wolf“ zunächst nach einer gewöhnlichen Folge mit
lustigen Ideen (besonders witzig: Jack Harkness in seinem Spiel) aussieht,
entpuppt sich spätestens im zweiten Teil als ein bombastisches Finale mit
einigen unerwarteten Wendungen. Mir blieb schon am Ende des ersten Teils die
Spucke weg, als der Doctor den Drohungen der Daleks nicht nachgab und Roses
Leben aufs Spiel setzte. Einen so zornigen Doctor hat man nur selten gesehen.
Sein Glück, dass die Daleks sich (vermutlich aufgrund der integrierten
menschlichen Faktoren) davon zunächst einschüchtern lassen – unsereins hätte an
deren Stelle Rose sofort eliminiert und unverzüglich die Raumstation
angegriffen. Stattdessen kann der Doctor mal eben Rose retten, in Erfahrung
bringen, dass der Dalek-Imperator den Time War überlebte und in
jahrhundertelanger Isolation die neue Flotte aufgestellt hat, was ihn und seine
neuen Daleks einigermaßen wahnsinnig gemacht hat – und gehörig an Davros
erinnert, der sich auch immer für einen „unsterblichen Gott“ gehalten hat und
sich ebenfalls mit den Worten „I cannot die!“ verabschiedet hat (obwohl, er
sollte ja recht behalten und wenn mich nicht alles täuscht, war dies
keinesfalls die letzte Dalek-Folge).

Eine weitere Überraschung war natürlich, dass der Doctor
Rose mitsamt der TARDIS in ihre Zeit zurückschickt. Er ging also davon aus (und
das sagt er Rose als Hologramm auch), dass es sein letzter Kampf wird und da
hat man als Zuschauer erstmal einen Kloß im Hals. Auch, dass der Doctor zunächst
bereit ist, alle Lebewesen im Umkreis der Station (inklusive der auf der Erde)
mit Hilfe der Delta-Welle zu zerstören (eine Aufschiebung des Kampfes gegen die
Daleks scheint keine Option für ihn zu sein), gibt dem Zuschauer eine
Gänsehaut. Spätestens hier ist nämlich klar, dass der Time War einen so starken
Hass auf die Daleks ausgelöst hat, dass sämtliche Menschen auf der Erde (wie
viel waren das noch gleich in „The Long Game“? So etwa 96 Milliarden?) als
Kollateralschaden akzeptiert werden. Der alte Doctor hätte das wohl kaum in
Kauf genommen. Andererseits hatte der alte Doctor auch immer Gallifrey und die
Timelords in der Hinterhand bzw. war nicht komplett alleine im Kampf gegen die
Daleks. Aber gut, am Ende entscheidet er sich doch gegen den Einsatz der Waffe,
wobei man sich da dann auch wieder fragen muss, warum überhaupt? Wäre Rose
nicht überraschend (und der Doctor war sichtlich überrascht) wieder
aufgetaucht, wäre damit alles für die Katz gewesen.

Was ebenfalls stört, ist das Paradoxon, was Rose am Ende
erschafft: Bis zu dem Moment, wo sie in den Time Vortex der TARDIS schaut
(warum verwandelt sie sich dort eigentlich nicht in ein Ei, ähm, einen
Säugling?), hätte es doch keine „Bad Wolf“-Zeichen geben dürfen. Sie erklärt zwar,
dass sie diese Zeichen durch Raum und Zeit ausstreut, damit sie zu diesem
Ereignis hingelenkt wird – aber das Ereignis selbst muss auch so eingetreten
sein, ohne Hinweise, denn sonst gäbe es die ja gar nicht. Und wieso kann sich
ihre Mutter nicht an die Geschehnisse aus „Father’s Day“ erinnern? Sie sollte
eigentlich schon wissen, dass Rose damals die Hand ihres sterbenden Vaters
gehalten hat. Die ganzen „Bad Wolf“-Hinweise werden jedenfalls ad absurdum
geführt, was einen faden Beigeschmack hinterlässt. Zur Auflösung wirkt die
gottgleiche Rose, die über Leben und Tod entscheiden kann, auch ein wenig aus
dem Hut bzw. der TARDIS gezaubert. Als sie dem Doctor mitteilt, was sie alles
sehen kann (Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft), meint der Doctor außerdem,
dass er das die ganze Zeit auch sieht und da musste ich mir doch kurz an den
Kopf fassen. Soll das nun einen Timelord ausmachen? Warum konnte der Doctor
dann die Ereignisse in dieser Folge (oder allen anderen Folgen), wie z.B. Roses
Rückkehr oder die „Bad Wolf“-Geschichte nicht voraussehen? Es würde doch die
ganze Serie ad absurdum führen, wenn der Doctor ohnehin jedes Mal eine Lösung
aus einer möglichen Zukunft herauspicken könnte. Damit hat der Autor sich und
uns keinen Gefallen getan.

Bevor der Time Vortex für Rose zuviel wurde, konnte der
Doctor die Energie (oder was auch immer) selbst aufnehmen und Rose damit retten
und die Energie anschließend wieder zurück in die TARDIS leiten. Für ihn (aber
nicht für Rose) hat das allerdings tödliche Folgen und so muss er regenerieren.
Da hätte mich mal interessiert, wie die Folge wohl zu Ende gegangen wäre, wenn
Eccleston weiter gemacht hätte. Gerüchten zufolge wurde ein alternatives Ende
geschrieben und auch gedreht, das evtl. mit dem Tod von Rose (oder zumindest
einer Andeutung davon) aufgehört hätte.

Ach, fast hätte vergessen, Jack zu erwähnen: Nach seinem
tapferen Kampf gegen die Daleks, der ihn das Leben gekostet hat, wird er von
Rose wiederbelebt (ob sie die anderen Leute der Station wohl auch wiederbelebt
hat?). Die Auswirkungen dieser Wiederbelebung werden aber erst später in der
Serie Torchwood deutlich, in der Jack unsterblich ist. Jack wurde auf der
Station zurück gelassen.

Das war der neunte Doctor und die erste Staffel der
Neuauflage. Der Doctor selbst scheint um einiges emotionaler und menschlicher
geworden zu sein, was sich auf den Time War zurückführen lassen kann. Er kann
blitzschnell schlecht gelaunt bis zornig werden (siehe z.B. Adam oder die
Daleks), aber zeigt auch Mitleid und geht offensichtlich „romantischer“ mit
seinen (weiblichen) Companions um. Der Unterschied zur alten Generation macht
sich auch an der Kleidung bemerkbar: Keine bunten Farben, keine Fragezeichen,
kein Hut, kein Schirm, keine Flöte, usw. Markenzeichen ist eine dunkle
Durchschnittskleidung und vielleicht noch der Schraubenzieher und der Ausweis,
aber ist das wirklich ein Markenzeichen? Dann vielleicht eher der Ausdruck
„Fantastic!“, der ihm öfter über die Lippen rollt.

Zur neuen Staffel: Man muss kein Hardcore-Fan der alten
Serie zu sein, um die neue zu lieben. Die Lücke zwischen alter und neuer Serie
wurde jedenfalls sehr gut geschlagen und jede Generation kann in den neuen
Folgen die Faszination finden, die die Serie als Ganzes bereit hält. Hinweise
auf das Original werden genug gestreut, die Lücke mittels des Time War nach und
nach erklärt und die neuen Entwicklungen passen – von wenigen Ausnahmen
abgesehen – hervorragend zum Serien-Kanon. Das Finale hinterlässt zwar einen
bitteren Beigeschmack, aber generell kann es gerne so weitergehen.

Danke an Clive77 für die Erlaubnis der Veröffentlichung. Originalpost bei Bereitsgesehen.de

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